Blauhai angeln: der Hai, der im Uhrzeigersinn durch den Atlantik zieht
Ein Blauhai, den Forscher vor Neuseeland markiert hatten, wurde nach 624 Tagen westlich von Chile wiedergefangen — laut deutscher Wikipedia mindestens rund 8575 km entfernt. FishBase nennt ihn den wahrscheinlich am weitesten verbreiteten Knorpelfisch überhaupt, und im Nordatlantik zeigen Markierungen laut englischer und deutscher Wikipedia eine regelmäßige Wanderung im Uhrzeigersinn, mit den großen Strömungen: mit dem Golfstrom nach Europa, an den Küsten Europas und Afrikas entlang nach Süden und mit der Nordäquatorialströmung zurück in die Karibik. Dieser Artikel handelt vom Blauhai, *Prionace glauca* — englisch blue shark, spanisch tintorera oder tiburón azul, italienisch verdesca, französisch requin bleu, portugiesisch tubarão-azul, niederländisch blauwe haai, dänisch und schwedisch blåhaj, norwegisch blåhai, finnisch sinihai, russisch синяя акула, türkisch pamuk balığı, griechisch γλαυκοκαρχαρίας, kroatisch modrulj, japanisch ヨシキリザメ (yoshikirizame), arabisch القرش الأزرق, laut GBIF slowenisch sinji morski pes und albanisch peshkaqen jeshil. Laut deutscher Wikipedia ist er einer der beliebtesten Fangfische der Hochseeangler — und genau deshalb geht es hier ums Erkennen und ums Freilassen.
Ein Hai mit langer Vorgeschichte
Wissenschaftlich beschrieben hat ihn laut deutscher Wikipedia Carl von Linné im Jahr 1758, als *Squalus glaucus*. Bekannt war er da längst: Guillaume Rondelet beschrieb ihn schon 1554 als *Galeus glaucus*, und Peter Artedi führte 1738 bereits einen englischen Namen an: „The Blew Shark“. Den heutigen Gattungsnamen *Prionace* führte 1849 der Zoologe Theodore Cantor ein; weil er lange umstritten war, legte die Internationale Kommission für Zoologische Nomenklatur ihn 1965 mit der Opinion 723 fest. Laut englischer Wikipedia ist der Blauhai die einzige lebende Art seiner Gattung und gehört zu den Requiemhaien (Carcharhinidae); eine Studie von 2023 schlug sogar vor, ihn in die Gattung *Carcharhinus* zu stellen. Die Namen beschreiben ihn: *Prionace* bedeutet laut FishBase so viel wie „Säge-Spitze“, nach den gesägten Zähnen im Oberkiefer, und *glauca* ist lateinisch für bläulich-grün oder grau — meeresfarben.
Woran du ihn erkennst
Laut FishBase ein schlanker, eleganter Hai mit langer, kegelförmiger Schnauze, großen Augen und gebogenen, dreieckigen Oberkieferzähnen mit Sägekanten; die Brustflossen sind lang und schmal, zwischen den beiden Rückenflossen fehlt ein Hautkamm. Der Rücken ist dunkelblau, die Flanken leuchtend blau, der Bauch weiß; die Spitzen der Brustflossen und die Afterflosse sind dunkel angehaucht. Laut deutscher Wikipedia sieht man ihn oft langsam unter der Oberfläche gleiten, erste Rückenflosse und Schwanzspitze über dem Wasser, die großen Brustflossen ausgebreitet.
Verwechseln kannst du ihn am ehesten mit dem Kurzflossen-Mako, dem diese Serie eine eigene Gruppe widmet. Laut FishBase hat der Mako glatte, hakenförmige Zähne statt gesägter Dreiecke und eine halbmondförmige Schwanzflosse; seine Brustflossen sind — wie der Name sagt — kurz, die des Blauhais lang und schmal. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern steht bei FishBase und in der englischen Wikipedia: Weibchen haben eine bis zu dreimal so dicke Haut wie Männchen — ein Schutz vor den Bissen, mit denen die Männchen sie bei der Paarung festhalten. Deren Spuren tragen viele Weibchen als Halbkreise aus kleinen Schnitten an den Rückenflossen.
- Größe: FishBase nennt 400 cm Gesamtlänge als Maximum, 335 cm als übliche Länge und 205,9 kg als schwerstes veröffentlichtes Gewicht; geschlechtsreif wird er bei rund 199 cm (170 bis 221 cm). Laut englischer Wikipedia wiegen Männchen meist 27 bis 55 kg, große Weibchen 93 bis 182 kg.
- Nachwuchs: Er ist lebendgebärend, die Jungen wachsen über eine Dottersack-Plazenta heran. Nach 9 bis 12 Monaten Tragzeit kommen laut FishBase 4 bis 135 Junge zur Welt, meist 15 bis 30, je 35 bis 44 cm lang. Laut deutscher Wikipedia trug ein großes Weibchen vor Südafrika 55 Narben in der Gebärmutter — die Spuren einer gerade erfolgten Geburt.
- Alter: FishBase nennt 20 Jahre als höchstes berichtetes Alter; laut englischer Wikipedia ist die Höchstlebensdauer noch unbekannt. Weibchen werden dort mit fünf bis sechs, Männchen mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif.
Was er frisst — und wer ihn frisst
Laut FishBase frisst er Fische — im Nordwestatlantik etwa Hering, Seehechte, Kabeljau, Schellfisch, Makrele und Plattfische —, dazu kleine Haie, Kalmare, pelagische Krabben, Walkadaver, gelegentlich Seevögel und Abfall. Die englische Wikipedia nennt Kalmare seine wichtigste Beute. Die deutsche beschreibt, wie Blauhaie durch die Laichschwärme von Kalmaren schwimmen wie grasende Pflanzenfresser, Kopf und Schwanz in weiten Bögen schwingend; die englische, wie sie als Rudel Beutefische zusammentreiben — und wie Thunfische das nutzen, um die Fische zu fangen, die den Haien entwischen.
Gejagt wird er selbst auch: Junge und kleine Blauhaie werden laut englischer Wikipedia von Weißen Haien und Tigerhaien gefressen, Orcas jagen sie, und sogar Kalifornische Seelöwen, Nördliche See-Elefanten und Kap-Pelzrobben wurden dabei beobachtet, wie sie Blauhaie fressen.
Wo er lebt — auch im Mittelmeer
FishBase: weltweit in gemäßigten und tropischen Meeren zwischen 70° Nord und 55° Süd — im Westatlantik von Neufundland bis Argentinien, im Ostatlantik von Norwegen bis Südafrika, einschließlich des Mittelmeers, im Indopazifik von Ostafrika bis Neuseeland, im Ostpazifik vom Golf von Alaska bis Chile. Er ist ein Hochseefisch, kommt aber dort nah an die Küste, wo der Kontinentalschelf schmal ist. Sehr häufig ist er laut deutscher Wikipedia im Nordatlantik von der Südküste Großbritanniens bis Senegal und rund um die Azoren, die Kanaren, die Kapverden und Madeira; in die Nordsee, den Skagerrak und vor Norwegen kommt er als Sommergast. In den Tropen hält er sich laut englischer Wikipedia in größeren Tiefen auf, wo das Wasser kühler ist.
Im Mittelmeer pflanzt er sich laut deutscher Wikipedia fort, mit dem Schwerpunkt in der Adria. Die italienische Wikipedia schreibt, er sei im Mittelmeer früher recht häufig gewesen, vor allem in der Adria, aber immer weit draußen — heute nehme seine Zahl ab. Die kroatische Wikipedia zählt ihn zu den 29 Haiarten der Adria: Er lebt in der ganzen Adria, aber nicht dicht, am meisten auf offener See in der südlichen Adria; im Winter zieht er in größere Tiefen, im Sommer ist er an der Oberfläche — dann auch in Buchten und Kanälen. Genetisch unterscheiden sich die Blauhaie des Mittelmeers laut einer Studie von 2023 (deutsche Wikipedia) schwach von denen des Nordatlantiks.
Gefährdet — und was das an der Angel heißt
Laut deutscher Wikipedia gehört der Blauhai zu den sieben größten Arten, für die die International Game Fish Association (IGFA) Rekordlisten führt; am Haken ist er zu schnellen Sprints fähig und kann teilweise aus dem Wasser springen. Menschen beißt er laut englischer Wikipedia selten: Von 1580 bis 2013 wurde er mit 13 Bissvorfällen in Verbindung gebracht, vier davon tödlich. FishBase führt ihn als potenziell gefährlich.
Wichtiger ist der umgekehrte Blick. Laut englischer Wikipedia machen Blauhaie 85 bis 90 % aller Haie und Rochen aus, die in der Hochseefischerei als Beifang gefangen werden; laut deutscher Wikipedia stellte er 2023 rund 64 % der von EU-Schiffen gemeldeten Haifänge. Die IUCN führt ihn weltweit als potenziell gefährdet (Near Threatened, bewertet am 6. November 2018, FishBase); im Mittelmeer gilt er laut spanischer Wikipedia als vom Aussterben bedroht, in der Adria laut kroatischer Wikipedia als gefährdet. Seit November 2023 steht er in Anhang II des Artenschutzabkommens CITES (deutsche Wikipedia). Und Freilassen allein rettet ihn nicht immer: Untersuchungen ermittelten laut deutscher Wikipedia eine Sterblichkeit nach dem Freilassen von etwa 10 bis 35 %. Welche Regeln heute an deinem Wasser gelten, prüfst du vor der Ausfahrt selbst — beim Hafenamt, bei der Fischereibehörde, beim Guide. Wer einen Blauhai hakt, lässt ihn so schonend und so schnell wie möglich im Wasser wieder frei.
Acht Widersprüche, stehen gelassen
- Wie groß wird er? FishBase: höchstens 400 cm, üblich 335 cm. Die englische Wikipedia: große Tiere bis 3,8 m, im Schnitt rund 3,1 m — und die oft gedruckte Angabe von 6,1 m sei wissenschaftlich nie belegt worden.
- Wie schwer? FishBase: 205,9 kg als schwerstes veröffentlichtes Gewicht. Die englische Wikipedia: 391 kg als schwerstes berichtetes — dazu unbestätigte Erzählungen von 800 bis 900 kg.
- Wie viele Junge? FishBase nennt auf derselben Seite 4 bis 63 und 4 bis 135 (meist 15 bis 30). Die englische Wikipedia: 4 bis 135 — und in ihrer Einleitung „25 bis über 100“.
- Wie tief? FishBase: 0 bis 1082 m, meist 1 bis 220 m — und an anderer Stelle: meist bis mindestens 150 m. Die englische Wikipedia: von der Oberfläche bis etwa 350 m. Die deutsche: Tauchgänge bis 1160 m dokumentiert.
- Wie kalt mag er es? FishBase: 7 bis 21 °C. Die englische Wikipedia: bevorzugt 12 bis 20 °C, gesehen bei 3,9 bis 31 °C — und weiter unten im selben Artikel: bevorzugt 14 bis 16 °C, gefunden bei 8,5 bis 17,5 °C. Die deutsche: an der Oberfläche 7 bis 16 °C, seltener bis 21 °C und mehr.
- Wie bedroht im Mittelmeer? Weltweit: potenziell gefährdet (IUCN laut FishBase). Die spanische Wikipedia: im Mittelmeer vom Aussterben bedroht. Die kroatische: in der Adria gefährdet. Die italienische: einst recht häufig, heute abnehmend — ohne Einstufung.
- Bonner Konvention (CMS) — welcher Anhang? FishBase und die deutsche Wikipedia: Anhang II (laut deutscher Wikipedia seit 2017). Die spanische Wikipedia: Anhang III.
- Rudel oder nicht? Die deutsche Wikipedia: oft in großen Ansammlungen, aber nicht in eng organisierten Schwärmen. Die englische: Blauhaie wurden beobachtet, wie sie als Rudel zusammenarbeiten, um Beute zusammenzutreiben.
Vier Namen, die zum falschen Fisch führen
- „Tintorera“. Laut spanischer Wikipedia heißt in Spanien der Blauhai so — in den spanischsprachigen Ländern am Golf von Mexiko dagegen der Tigerhai (*Galeocerdo cuvier*). Auch der mexikanische Film „Tintorera“ von 1977 meint den Tigerhai.
- „Aozame“ — der „blaue Hai“ Japans. Der Blauhai heißt japanisch ヨシキリザメ (yoshikirizame). アオザメ (aozame) bedeutet laut japanischer Wikipedia zwar wörtlich „blauer Hai“, nach der Farbe — gemeint ist aber der Kurzflossen-Mako.
- „Blauhai“ und „blue shark“ — nicht immer dieser. GBIF führt beide Namen auch für den Kurzflossen-Mako. Wer „Blauhai“ liest, prüft am besten den wissenschaftlichen Namen.
- „Tintureira“. Laut portugiesischer Wikipedia ein Volksname des Blauhais — aber auch der Seehasen (Meeresschnecken der Gattung *Aplysia*), der Kermesbeere und mehrerer Rebsorten mit dunklem Fruchtfleisch.
Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Lebensraum, Beute und Gewohnheiten stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, ist alles andere — und ob ein Tag auf dem Wasser lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus: Es nimmt die Bedingungen an deinem Wasser und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man Strömungskanten, Köderfischschwärme und das Blau der offenen See nicht vom ersten Tag an lesen kann — und weil ein Blauhai, der freigelassen werden soll, erfahrene Hände braucht —, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du hinausfährst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr. Die App sagt wann, Pathfinder mit wem.