Gestreifter Marlin angeln: der Marlin, der beim Jagen seine Streifen aufleuchten lässt
Der Gestreifte Marlin trägt seinen Namen auf den Flanken: rund ein Dutzend bis zwanzig senkrechte blaue Streifen ziehen sich über seine Seiten, und laut englischer Wikipedia bleiben sie sogar nach dem Tod sichtbar. Solange er lebt, können sie mehr. Besondere Farbzellen, die Chromatophoren, ziehen sich zusammen oder dehnen sich aus, und ist der Fisch erregt, wechseln die Streifen von bläulich zu lavendelfarben. Dieser Artikel handelt vom Gestreiften Marlin, *Kajikia audax* — englisch striped marlin, spanisch marlín rayado, italienisch marlin striato, französisch marlin rayé, portugiesisch espadim-raiado, finnisch raitamarliini, russisch полосатый марлин, japanisch マカジキ (makajiki).
Die pazifische Schwester des Weißen Marlins
Der Gestreifte Marlin gehört zu den Marlinen und Fächerfischen (Istiophoridae) — wie der Blaue Marlin, der Weiße Marlin, der Segelfisch und der Mittelmeer-Speerfisch, denen diese Serie jeweils eine eigene Gruppe widmet. Sein nächster Verwandter ist der Weiße Marlin des Atlantiks: 2006 stellten amerikanische Wissenschaftler beide nach genetischen Untersuchungen in die neue Gattung *Kajikia* (russische Wikipedia); vorher stand der Gestreifte Marlin in der Gattung *Tetrapturus*, und laut japanischer Wikipedia benutzt ein großer Teil der Literatur noch diesen Namen. Erstmals beschrieben hat ihn 1887 Rudolph Amandus Philippi, nach einem Fisch, der vor Iquique in Chile gefangen worden war. Sein Artname kommt laut russischer Wikipedia vom lateinischen *audax*, kühn — warum, hat der Autor nicht erklärt; vielleicht wegen des kühnen Streifenmusters.
Laut FishBase ist er ein pelagischer Hochseefisch, der zwischen der Oberfläche und 200 m Tiefe lebt, meist oberhalb der Sprungschicht, und der kühleres Wasser bevorzugt als der Schwarze und der Blaue Marlin. FishBase nennt ihn den am weitesten verbreiteten Vertreter dieser Familie, die deutsche Wikipedia den häufigsten aller Marline. Seine Häufigkeit nimmt mit der Entfernung vom Schelf zu; an die Küste kommt er nur, wo der Grund steil abfällt (deutsche, italienische, finnische Wikipedia). Meist lebt er allein; zur Laichzeit bildet er kleine Schwärme aus Fischen ähnlicher Größe (FishBase, italienische Wikipedia).
Seine Beute: Fische, Kalmare und Krebstiere (FishBase). Die englische Wikipedia nennt Sardinen, Makrelen, kleine Thunfische und Kalmare, vor allem den Humboldt-Kalmar; eine Studie vor Mexiko ergab, dass er Schwarmfische wie die Pazifische Makrele und die Pazifische Sardine bevorzugte. Die japanische Wikipedia ergänzt Fliegende Fische und Stöcker. Laut japanischer Wikipedia schwimmt er mit der oberen Hälfte der Schwanzflosse über Wasser und springt manchmal aus dem Wasser; er erreicht 80 km/h.
Woran du ihn erkennst
Ein langgestreckter, seitlich abgeflachter Körper mit einem langen, runden, speerartigen Schnabel (FishBase, italienische und russische Wikipedia). Das sicherste Merkmal ist die erste Rückenflosse: Vorn steigt sie zu einem hohen, spitzen Lappen an, der so hoch oder höher ist als der Körper (FishBase, englische, russische und japanische Wikipedia). FishBase gibt der ersten Rückenflosse 42 bis 48 Weichstrahlen, der Afterflosse 18 bis 24, den Brustflossen 18 bis 22. Die Brustflossen sind lang und schmal und liegen laut russischer Wikipedia eng am Körper an. Der Rücken ist dunkelblau, der Bauch silbrig-weiß; die erste Rückenflosse ist blauschwarz ohne dunkle Flecken (FishBase). Und dann die Streifen — wie viele es sind und welche Farbe sie haben, erzählen die Quellen verschieden (siehe unten).
Laut japanischer Wikipedia ähnelt er dem Blauen Marlin, doch seine erste Rückenflosse ist höher als der Körper, seine Schuppen sind feiner, sein Körper ist heller und flacher und sein Schnabel länger. Seine Schwester, der Weiße Marlin, lebt im Atlantik; laut deutscher Wikipedia ist die Rückenflosse des Gestreiften Marlins höher als sein Rumpf und ohne schwarze Punkte.
- Größe: FishBase nennt 420 cm Gesamtlänge als Maximum, 290 cm als übliche Länge und 440 kg als schwerstes veröffentlichtes Gewicht. Laut russischer Wikipedia wog der größte von der IGFA anerkannte Fisch 224,1 kg, gefangen vor Neuseeland am 16. Januar 1986.
- Alter und Reife: FishBase nennt 9 Jahre als höchstes berichtetes Alter, die englische Wikipedia bis zu 10 Jahre. FishBase gibt 210 cm als Länge bei der ersten Reife an.
- Laichen: Die Weibchen sind Portionslaicher (FishBase). Laut englischer Wikipedia laicht ein Weibchen 4- bis 41-mal in einer Saison, mit bis zu 120 Millionen Eiern; laut russischer Wikipedia vor Taiwan alle 3 bis 7 Tage.
Wo er lebt — und warum nicht im Mittelmeer
FishBase: in tropischen, subtropischen und gemäßigten Gewässern des Indopazifiks, zwischen 46° Nord und 49° Süd. Im Pazifik bildet sein Verbreitungsgebiet ein Hufeisen, offen nach Mittelamerika hin (FishBase, deutsche und russische Wikipedia); laut deutscher Wikipedia reicht es von Japan über Ecuador und Peru bis Australien, berührt die Nordküste Neuseelands und ist um Hawaii häufig. Im Indischen Ozean ist er am dichtesten vor Ostafrika, in der westlichen Arabischen See, im Golf von Bengalen und vor Nordwestaustralien (FishBase, deutsche Wikipedia). In japanischen Gewässern kommt er laut japanischer Wikipedia südlich von Hokkaido vor, häufiger auf der Pazifikseite als im Japanischen Meer.
Im Mittelmeer kommt er nicht vor: Keine der Quellen führt ihn dort. Seine atlantische Schwester, der Weiße Marlin, ist es, die im Mittelmeer auftaucht — selten, und laut FishBase meist als einzelne Irrgäste. Für einen Angler aus Europa heißt das: Der Gestreifte Marlin ist ein Reisefisch. Wie er gefangen wird, beschreiben die Quellen von der Berufsfischerei her: mit Langleinen (laut italienischer Wikipedia meist als Beifang der Thunfisch-Langleinen), beim Schleppen, mit Handleinen und Harpunen (russische, japanische Wikipedia); am meisten landen Japan und Taiwan an (italienische, russische Wikipedia). Laut deutscher Wikipedia wird unter Sportanglern dafür geworben, Fische, die keine Kapitalen sind, wieder freizulassen.
Auf dem Teller — und das Quecksilber
In Japan gilt der Gestreifte Marlin laut japanischer Wikipedia als hochwertigster aller Marline; sein rotes Fleisch wird als Sashimi und Sushi gegessen, und FishBase und die italienische Wikipedia nennen es dafür das beste aller Marline. FishBase ordnet ihn in die Preisklasse sehr hoch ein. Doch die japanische Wikipedia warnt auch vor dem Quecksilber im Fleisch: 2005 führte das japanische Gesundheitsministerium ihn unter den Fischen, deren Verzehr Schwangere im Blick behalten sollen, mit dem Richtwert zweimal pro Woche zu je etwa 80 g. Die deutsche Wikipedia schreibt, auf den Quecksilbergehalt werde gern hingewiesen, um Begehrlichkeiten zu dämpfen.
Acht Widersprüche, stehen gelassen
- Wie groß wird er? FishBase und die französische, italienische und russische Wikipedia: bis 420 cm und 440 kg. Die deutsche: 4,4 m und 420 kg (Weibchen; Männchen bleiben kleiner). Die finnische: 4 m. Die englische: 4,2 m, aber nur 220 kg — nah an den 224,1 kg, die die russische Wikipedia als IGFA-Rekord nennt.
- Wie viele Streifen? Die englische Wikipedia: 12 bis 20. Die deutsche: meist 18 bis 22. Die italienische: bis zu 15. Die russische: 15 bis 20 Reihen, jede aus runden Punkten oder schmalen Streifen. FishBase selbst nennt beides: etwa 20 und etwa 15 Reihen. Die japanische: ein gutes Dutzend.
- Welche Farbe haben die Streifen? Die englische Wikipedia: bläulich, bei Erregung lavendelfarben. Die deutsche: hellblau, je nach Stimmung heller oder undeutlicher. Die russische: kobaltblau. Die japanische: hellblau. Die finnische: hellgrün.
- Wie tief schwimmt er? FishBase und die deutsche Wikipedia: 0 bis 200 m. Die finnische: meist weniger als 100 m. Die französische: meist 0 bis 5 m, selten tiefer als 100 m. Die englische Wikipedia schreibt, er jage tagsüber in den oberen 100 m, oft nahe der Oberfläche — und zitiert im selben Artikel eine Studie, in der er sich tagsüber tiefer aufhielt und sich nachts an der Oberfläche sammelte.
- Wann ist er reif? Die englische Wikipedia: Männchen mit 1 bis 2, Weibchen mit 1,5 bis 2,5 Jahren. Die französische: mit 2 bis 4 Jahren. Die russische: Weibchen vor Taiwan mit 4 bis 8 Jahren. Und das Höchstalter: 9 Jahre (FishBase) oder 10 Jahre (englische Wikipedia).
- Wie warm mag er es? FishBase: 20 bis 25 °C. Die deutsche Wikipedia: 20 bis 26 °C. Die englische: seine größten Bestände bei 20 bis 28 °C Oberflächentemperatur. Fürs Laichen nennt die italienische mindestens 25 °C, FishBase eine Untergrenze von etwa 24 °C für die Larven, die russische einen Laichhöhepunkt bei 24,8 bis 28,3 °C.
- Ist er gefährdet? FishBase und die italienische Wikipedia: nicht gefährdet (Least Concern) auf der Roten Liste der IUCN. Die finnische und die schwedische Wikipedia: potenziell gefährdet (Near Threatened). Die deutsche: In den USA wurde er 2008 zur gefährdeten Art erklärt; um 2005 lag der Fang weit unter dem, was die Art aushalten könne. Die italienische: Die Bestände sanken in 16 Jahren um 20 bis 25 %. Die englische: 2010 setzte Greenpeace ihn auf seine rote Liste für Speisefische.
- Erreicht er den Atlantik? FishBase und die deutsche Wikipedia: Indopazifik; laut der deutschen reicht der Kontakt mit dem Weißen Marlin am Kap der Guten Hoffnung nicht aus, um die getrennte Entwicklung der beiden Arten zu verhindern. Die italienische und die russische: seltene Irrgäste auf der Atlantikseite Südafrikas, die russische auch vor Westafrika — dort laichen sie nicht. Die finnische: manchmal im Atlantik. Der Einleitungssatz der russischen Wikipedia zählt den Atlantik einfach zu seinen Ozeanen.
Fünf Namen, die zum falschen Fisch führen
- „Spearfish“, „spjutfisk“, „копьеносец“. GBIF führt ihn englisch auch als high-finned spearfish, die schwedische Wikipedia nennt ihn strimmig spjutfisk, die russische полосатый копьеносец — jeweils wörtlich ein Speerfisch. Speerfische im engeren Sinn sind aber die Gattung *Tetrapturus*, in der der Gestreifte Marlin bis 2006 stand — darunter der Mittelmeer-Speerfisch, dem diese Serie eine eigene Gruppe widmet.
- „Pez espada“ und „pez vela“. GBIF führt ohne Sprachangabe auch diese beiden Namen. Doch pez espada ist auf Spanisch der Schwertfisch und pez vela der Segelfisch — zwei andere Speerträger, denen diese Serie jeweils eine eigene Gruppe widmet.
- „Aguja“, „agujón“. GBIF führt ihn spanisch auch als pez aguja und agujón. Doch aguja steht im Spanischen auch für den Hornhecht, dem diese Serie eine eigene Gruppe widmet — ein Fisch von kaum einem Meter, ohne Verwandtschaft zu den Marlinen.
- „Empereur“. GBIF führt ihn französisch auch als empereur und empéreux. Doch auch der Segelfisch heißt auf Französisch empereur éventail — derselbe „Kaiser“ für zwei verschiedene Speerträger.
- „マカジキ“ und „メカジキ“. Auf Japanisch ist マカジキ (makajiki, „echter Marlin“) der Gestreifte Marlin, メカジキ (mekajiki) der Schwertfisch: ein Schriftzeichen Unterschied. Und der Weiße Marlin, seine Schwester, heißt laut japanischer Wikipedia ニシマカジキ (nishi-makajiki, „westlicher Makajiki“).
Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Lebensraum, Beute und Gewohnheiten stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, ist alles andere — und ob ein Tag auf dem Wasser lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus: Es nimmt die Bedingungen an deinem Wasser und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man Kanten, Köderfischschwärme und das Blau der offenen See nicht vom ersten Tag an lesen kann, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du hinausfährst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr.