Schwarzer Marlin angeln: der Marlin, der seine Brustflossen nicht anlegen kann

Bei fast jedem Fisch lassen sich die Brustflossen an den Körper anlegen. Beim Schwarzen Marlin nicht: Sie stehen starr vom Körper ab, ihr Gelenk ist laut japanischer Wikipedia fest und unbeweglich, und laut englischer Wikipedia lassen sie sich — vor allem ab etwa 68 kg — nicht mehr flach an die Seiten drücken, sondern nur noch etwas nach hinten kippen. Genau daran unterscheidet man ihn sicher vom Blauen Marlin. Dieser Artikel handelt vom Schwarzen Marlin, *Istiompax indica* — englisch black marlin, spanisch marlín negro, italienisch marlin nero, französisch makaire noir, portugiesisch marlim-preto, niederländisch zwarte marlijn, finnisch mustamarliini, schwedisch und norwegisch svart marlin, russisch чёрный марлин, japanisch シロカジキ (shirokajiki).

Der einzige seiner Gattung

Der Schwarze Marlin gehört zu den Marlinen und Fächerfischen (Istiophoridae) — wie der Blaue Marlin, der Weiße Marlin, der Gestreifte Marlin, der Segelfisch und der Mittelmeer-Speerfisch, denen diese Serie jeweils eine eigene Gruppe widmet. Beschrieben hat ihn 1832 der französische Zoologe Georges Cuvier, damals als *Tetrapturus indicus* (englische, spanische Wikipedia). Lange stand er in der Gattung *Makaira*, der Gattung des Blauen Marlins; heute ist er die einzige Art der Gattung *Istiompax* (deutsche, französische, italienische Wikipedia). Laut deutscher Wikipedia ist diese Gattung die Schwester von *Kajikia*, also von Weißem und Gestreiftem Marlin.

Laut FishBase ist er ein pelagischer Hochseefisch, der meist im Oberflächenwasser oberhalb der Sprungschicht lebt — aber, anders als seine Verwandten, oft nah an Land, an Inseln und an Korallenriffen. Die japanische Wikipedia schreibt, er tauche nach dem Segelfisch am ehesten von allen Marlinen an der Küste auf. Laut englischer Wikipedia verbrachte er in einer untersuchten Population nachts bis zu 87 % seiner Zeit in den oberen 30 m, tagsüber weniger als 60 %. Junge Schwarze Marline vor Australien nutzen die Lagune des Great Barrier Reef als Kinderstube und sammeln sich dort saisonal (englische Wikipedia).

Seine Beute: Fische, Kalmare, Sepien, Kraken und große Krebstiere — und, wenn sie häufig sind, vor allem kleine Thunfische (FishBase). Die japanische Wikipedia nennt ihn einen der wenigen Jäger des Echten Bonito; daher sein Beiname カツオクイ (katsuo-kui, „Bonito-Fresser“). Laut englischer Wikipedia bevorzugt er Makrelenstöcker (mackerel scad); in manchen Mägen fanden Forscher sogar junge Haie. Er schluckt seine Beute mit dem Kopf voran, und weil die Beutefische in seinem Magen oft Schnittwunden vom Schnabel zeigen, nimmt man an, dass er den Schnabel beim Jagen in einem Schwarm einsetzt (englische Wikipedia). Vor Malaysia bestand sein Futter laut russischer Wikipedia vor allem aus Sardellen, Stachelmakrelen, Fliegenden Fischen und Kalmaren.

Woran du ihn erkennst

Ein langgestreckter, laut FishBase wenig seitlich abgeflachter Körper — der kräftigste aller Marline — mit einem kurzen, wuchtigen Schnabel (FishBase, deutsche und englische Wikipedia). Hinter den Augen steigt der Rücken bis zur ersten Rückenflosse stark an; daher sein japanischer Beiname カタハリ (katahari, „breite Schultern“). Die erste Rückenflosse ist vorn am höchsten, erreicht aber nicht die Höhe des Körpers (FishBase, deutsche, italienische und russische Wikipedia) — beim Gestreiften Marlin ist es umgekehrt. Die Brustflossen sind sichelförmig und starr und lassen sich nicht anlegen: das sicherste Merkmal. Laut englischer Wikipedia ist er außerdem der einzige Fächerfisch, bei dem die zweite Rückenflosse vor der zweiten Afterflosse beginnt, in jeder Größe. Der Rücken ist dunkelblau bis schwarzblau, der Bauch silbrig-weiß, die erste Rückenflosse schwärzlich bis dunkelblau ohne Flecken, die übrigen Flossen dunkelbraun (FishBase). Die Haut trägt kleine, eingebettete Schuppen mit ein oder zwei scharfen Spitzen (FishBase, deutsche Wikipedia).

Den Blauen Marlin unterscheidet laut englischer Wikipedia: Dessen Brustflossen stehen mehr zur Seite, die des Schwarzen Marlins mehr nach unten; der Schwarze ist größer und hat keine der zarten hellblauen Querstreifen. Vom Gestreiften und vom Weißen Marlin trennen ihn deren deutliche Streifen, die ihm fehlen.

  • Größe: FishBase nennt 465 cm Gabellänge als Maximum, 380 cm als übliche Länge und 750 kg als schwerstes veröffentlichtes Gewicht. Laut japanischer Wikipedia ist er damit der schwerste aller Marline; Fische über 120 bis 130 kg sind fast immer Weibchen.
  • Der Rekord: Im August 1953 fing Alfred C. Glassell Jr. vor Cabo Blanco in Peru einen Schwarzen Marlin von rund 710 kg (1560 Pfund) — laut englischer Wikipedia noch 2023 ein Rekord nach den Regeln der IGFA. Der Fisch ist präpariert in Washington zu sehen.
  • Laichen: Laut FishBase laicht er am liebsten bei 27 bis 28 °C; ein reifes Weibchen trug etwa 40 Millionen Eier. Die russische Wikipedia nennt ihn einen Portionslaicher.

Wo er lebt — und der Fisch von Camogli

FishBase: in tropischen und subtropischen Gewässern des Indopazifiks, gelegentlich auch in gemäßigten, zwischen 44° Nord und 47° Süd, bei 15 bis 30 °C. Ein weit wandernder Fisch. Laut italienischer Wikipedia kommt er entlang der Küste Ostafrikas vor, von Südafrika bis Dschibuti, um Madagaskar und die Seychellen, im Ostpazifik von Kalifornien bis Chile. Die russische Wikipedia nennt als besonders häufig das Ostchinesische Meer, die Binnenmeere Indonesiens und die Küsten Mexikos und Mittelamerikas. Einzelne Fische wandern laut FishBase um das Kap der Guten Hoffnung in den Atlantik — ein Laichbestand dort ist aber unwahrscheinlich.

Und das Mittelmeer? Die italienische Wikipedia berichtet von einem einzigen Fund: 1987 wurde ein Schwarzer Marlin bei Camogli im Ligurischen Meer gefangen, vermutlich über die Straße von Gibraltar hereingekommen — und nennt ihn dort sehr selten. Für einen Angler aus Europa bleibt er ein Reisefisch. Laut englischer Wikipedia wird er vor allem vor Südamerika, Südasien und Australien befischt; die japanische Wikipedia nennt das Schleppangeln vor Cairns als berühmt — und schreibt, dass dort Fang durch Berufsfischer und Verkauf seines Fleisches verboten sind. Laut russischer Wikipedia lassen die meisten Sportangler gefangene Marline heute wieder frei.

Auf dem Teller

Laut FishBase ist sein Fleisch von guter Qualität; es wird gekühlt oder gefroren gehandelt und in Japan als Sashimi zubereitet. Die japanische Wikipedia schreibt, sein Fleisch sei rot und gelte als schmackhafter als das des Blauen Marlins, mit Saison im Winter. Die russische Wikipedia nennt es eine Delikatesse teurer Restaurants. In den USA verbietet der Billfish Conservation Act von 2012 den Verkauf von Marlinen — nicht das Angeln (englische Wikipedia).

Acht Widersprüche, stehen gelassen

  • Wie schnell ist er? Die finnische Wikipedia: rund 130 km/h. Die portugiesische: 120 km/h. Die niederländische: etwa 90 km/h. Die französische: 40 bis 60 km/h auf kurzen Strecken. Die englische und die italienische nennen eine Studie von 2016, die aus den Muskelkontraktionszeiten eine theoretische Obergrenze von nur etwa 36 km/h errechnet — und Angaben wie 129 oder 132 km/h für Übertreibungen hält.
  • Wie schwer wird er? FishBase und die meisten Wikipedias: 750 kg. Die englische: möglicherweise bis 900 kg. Die französische: bis zu einer Tonne. Die deutsche: Weibchen normalerweise bis 650 kg. Und die übliche Länge: 380 cm (FishBase, italienische Wikipedia) — oder etwa 1,8 bis 2,7 m (englische Wikipedia, „6–9 ft“).
  • Wie tief schwimmt er? FishBase: 0 bis 915 m, meist 0 bis 200 m. Die deutsche: bis mehr als 900 m. Die italienische: meist nicht tiefer als 100 m, aber bis 950 m. Die englische: bis etwa 500 m. Die portugiesische: nicht weit unter der Oberfläche.
  • Lebt er im Atlantik? FishBase, die deutsche, englische, italienische und japanische Wikipedia: Nur Irrgäste kommen ums Kap, ein Laichen im Atlantik ist nicht belegt. Die finnische: weder im Atlantik noch im Mittelmeer. Die italienische dagegen kennt den Fang von Camogli. Und die portugiesische und die niederländische Wikipedia zählen den Atlantik einfach zu seinen Ozeanen.
  • Hat er Streifen? FishBase: manchmal hellblaue senkrechte Streifen. Die deutsche: gelegentlich, die meisten sind ungezeichnet. Die russische: Erwachsene haben keine Streifen, nur die Jungfische. Die englische: Ihm fehlen die zarten Streifen des Blauen Marlins. Die italienische: auf dem Bauch manchmal dunklere Bänder.
  • Wie alt wird er? Die italienische Wikipedia: bis 12 Jahre. Die japanische: 10 bis 13 Jahre. Die englische: Weibchen leben länger als Männchen und sind ab etwa 5 Jahren größer — davor kleiner.
  • Ist er gefährdet? FishBase und die italienische und spanische Wikipedia: Die IUCN führt ihn als „ungenügende Datengrundlage“ (Data Deficient). Die englische: Sein Zustand ist unbekannt — unter anderem, weil er Sender besonders gut abschüttelt. Die portugiesische: 2010 setzte Greenpeace ihn auf seine rote Liste. Die niederländische: enorm überfischt.
  • Gibt es eine Fischerei auf ihn? Die englische Wikipedia: „derzeit keine“. Die italienische: rund 5000 Tonnen im Jahr. Die russische: 2200 bis 6400 Tonnen jährlich in den 1970er- bis 1990er-Jahren, vor allem von Japan, Indonesien und Taiwan, mit Langleinen, beim Schleppen und mit Handleinen.

Fünf Namen, die zum falschen Fisch führen

  • „シロカジキ“ — der „weiße“ Marlin. Auf Japanisch heißt der Schwarze Marlin shirokajiki, wörtlich „weißer Marlin“. Laut japanischer Wikipedia meint der englische Name den dunklen Rücken des lebenden Fisches, der japanische die weißliche Farbe nach dem Tod. Der englische white marlin ist dagegen ein ganz anderer Fisch: der atlantische Weiße Marlin, japanisch ニシマカジキ, dem diese Serie eine eigene Gruppe widmet.
  • „クロカジキ“ — der „schwarze“ Marlin. Umgekehrt heißt auf Japanisch der Blaue Marlin kurokajiki, wörtlich „schwarzer Marlin“. Wer japanisch nach dem schwarzen Marlin sucht, landet also beim blauen — und wer nach dem weißen sucht, beim schwarzen.
  • „Makaira indica“. Unter diesem alten Namen steht er noch in der portugiesischen Wikipedia und vielen älteren Quellen. Doch *Makaira* ist heute die Gattung des Blauen Marlins; der Schwarze Marlin steht allein in *Istiompax*.
  • „Marlijn“. Die niederländische Wikipedia führt den Schwarzen Marlin unter dem schlichten Titel marlijn — einem Wort, das im Niederländischen für alle Marline steht. Wer dort „marlijn“ liest, weiß nicht, welcher gemeint ist.
  • „Aguja negra“, „picudo negro“. GBIF führt ihn spanisch auch als aguja negra und picudo negro. Doch aguja steht im Spanischen auch für den Hornhecht, dem diese Serie eine eigene Gruppe widmet — ein Fisch von kaum einem Meter, ohne Verwandtschaft zu den Marlinen.

Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Lebensraum, Beute und Gewohnheiten stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, ist alles andere — und ob ein Tag auf dem Wasser lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus: Es nimmt die Bedingungen an deinem Wasser und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man Riffkanten, Köderfischschwärme und das Blau der offenen See nicht vom ersten Tag an lesen kann, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du hinausfährst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr.

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