Gewöhnlicher Stechrochen: der Rochen mit dem Giftstachel, der im Mittelmeer im flachen Sand liegt
Er liegt eingegraben im Sand, oft nur wenige Meter vom Strand entfernt, und trägt am Schwanz einen gezähnten Giftstachel: der Gewöhnliche Stechrochen, *Dasyatis pastinaca* — englisch common stingray, spanisch raya látigo común oder pastinaga, italienisch pastinaca oder trigone, französisch pastenague commune, portugiesisch uge, niederländisch gewone pijlstaartrog, dänisch pigrokke, schwedisch spjutrocka, norwegisch pilrokke oder pilskate, finnisch keihäsrausku, russisch морской кот („Meerkatze“), türkisch dikenli vatoz, griechisch βατοτρυγόνα, slowenisch morski bič, albanisch bishtmiu oder shkotërr (GBIF), japanisch コモンスティングレイ und arabisch الشفنين البحري (Wikidata). Für Kroatisch fanden wir in GBIF und Wikidata keinen bestätigten Artnamen. Hier steht, wie du ihn erkennst, wo er lebt, was er frisst, wie er sich fortpflanzt, was bei einem Stich zu tun ist — und warum er inzwischen als gefährdet gilt.
Ein Rochen mit über 260 Jahren Namensgeschichte
Beschrieben hat ihn Carl von Linné im Jahr 1758 in der zehnten Auflage seines *Systema Naturae*, damals als *Raja pastinaca*; laut englischer Wikipedia gibt es mindestens 25 ältere Erwähnungen unter nicht-binären Namen. Er gehört zu den Stechrochen (Dasyatidae). Wie alle Rochen ist er ein Knorpelfisch: Körper und Brustflossen bilden eine flache, rautenförmige Scheibe, dahinter folgt ein peitschenartiger Schwanz, der laut englischer Wikipedia etwa halb so lang wie die Scheibe ist.
Woran du ihn erkennst
- Form: flache, rautenförmige Scheibe mit peitschenartigem Schwanz.
- Stachel: ein gezähnter, giftiger Stachel auf dem Schwanz. Laut FishBase ist er eine umgebildete Hautzahn-Schuppe, wird bis 35 cm lang, fällt gelegentlich ab und wächst nach.
- Größe: typisch um 45 cm Scheibenbreite (englische Wikipedia). Wie groß er maximal wird, ist umstritten — siehe die Widersprüche unten. Das größte bekannte Tier fand man laut englischer Wikipedia 2016 in der türkischen Provinz İzmir, mit 2,21 m Scheibenbreite.
- Zähne: laut englischer Wikipedia 28 bis 38 Zahnreihen oben und 28 bis 43 unten.
- Alter und Reife: laut englischer Wikipedia wurde das älteste freilebende Tier 10 Jahre alt, in Gefangenschaft 21 Jahre; geschlechtsreif sind Männchen bei 22 bis 32 cm, Weibchen bei 24 bis 38 cm Scheibenbreite.
Was er frisst
Laut FishBase frisst der Stechrochen Bodenfische, Krebstiere und Weichtiere; die englische Wikipedia nennt vor allem bodenlebende Krebstiere, dazu Weichtiere, Borstenwürmer und kleine Knochenfische, die deutsche Wikipedia auch Stachelhäuter. Im Golf von İskenderun (Türkei) bestand seine Nahrung laut englischer Wikipedia zu rund 99 % aus Krebstieren; mit zunehmendem Alter wurden Fische wichtiger. FishBase gibt ihm eine trophische Stufe von 3,6. Aktiv ist er laut englischer Wikipedia vor allem nachts; tagsüber liegt er laut deutscher Wikipedia im Sand versteckt.
Wo er lebt: vom Strand bis 200 Meter
Sein Gebiet umfasst laut FishBase den Ostatlantik, das Mittelmeer und das Schwarze Meer; im Mittelmeer und Schwarzen Meer ist er laut englischer Wikipedia überall verbreitet, im Nordostatlantik dagegen deutlich seltener. Wie weit er nach Norden und Süden reicht, beschreiben die Quellen unterschiedlich — siehe die Widersprüche. Er lebt laut FishBase an der Küste, über Sand- und Schlammböden, manchmal nahe Felsriffen, und dringt in Lagunen, flache Buchten und Flussmündungen vor; laut englischer Wikipedia verträgt er niedrigen Salzgehalt und bevorzugt ruhiges Wasser. Man findet ihn laut FishBase von 5 bis 200 Metern Tiefe. Er lebt laut englischer Wikipedia einzeln oder in Gruppen, die sich teilweise nach Geschlechtern trennen.
Fortpflanzung: lebende Junge statt Eier
Der Stechrochen legt keine Eier: Die Jungen entwickeln sich laut FishBase und deutscher Wikipedia im Mutterleib, ernährt zunächst vom Dotter, ohne Plazenta. Die Tragzeit dauert laut allen drei Quellen rund vier Monate. Geboren wird laut englischer Wikipedia meist im Sommer, zwischen Mai und September, je nach Gebiet auch enger, etwa im Juli und August. Die Neugeborenen sind laut englischer Wikipedia etwa 8 cm breit und 20 cm lang. Wie viele Junge ein Weibchen bekommt, ist umstritten — siehe unten. Laut FishBase hat die Art eine sehr geringe Widerstandskraft: Eine Population braucht mehr als 14 Jahre, um sich zu verdoppeln.
Der Stich — und was dann zu tun ist
Der Stechrochen ist laut englischer Wikipedia nicht aggressiv; der Stachel dient der Verteidigung. Ein Stich kann aber eine sehr schmerzhafte Wunde verursachen, die laut englischer Wikipedia selten lebensgefährlich ist. Bei einem Stich gilt: ärztlich versorgen lassen. Das MSD Manual (Ausgabe für Fachkreise) nennt unter anderem eine Wundkontrolle in der Notaufnahme, einen Tetanusschutz und das Hochlagern der betroffenen Gliedmaße; Stachelreste solle nur in begrenzten Fällen jemand selbst entfernen. Das Eintauchen in heißes Wasser, das viele empfehlen, ist in der Fachliteratur umstritten — siehe die Widersprüche.
Status, Beifang — und was du tun kannst
Auf der Roten Liste der IUCN gilt der Gewöhnliche Stechrochen als gefährdet (Vulnerable). Gezielt befischt wird er laut englischer Wikipedia nicht, er landet aber in großen Mengen als Beifang und wird zu Speisefisch, Fischmehl und Leberöl verarbeitet; in Westafrika wird er laut deutscher Wikipedia getrocknet und geräuchert exportiert. Auf den Balearen macht er laut englischer Wikipedia 40 % der Hai- und Rochenfänge in Spiegelnetzen aus. Erhebungen zeigen laut englischer Wikipedia Rückgänge im Mittelmeer und im Nordostatlantik; im Golf von Biskaya ist er möglicherweise verschwunden. Geschützt ist er laut deutscher Wikipedia in fünf der sechs Meeresschutzgebiete der Balearen; dazu kommt laut englischer Wikipedia ein EU-Verbot für Grundschleppnetze innerhalb von 5,6 km vor der Küste.
Für dich am Wasser heißt das: Wer im Mittelmeer am Grund angelt, kann einen Stechrochen an den Haken bekommen. Dann zählen vor allem zwei Dinge — Abstand zum Schwanz und ein schnelles, schonendes Zurücksetzen, denn die Art vermehrt sich langsam und ist gefährdet. Welche Schonregeln in deinem Revier gelten, regeln nationale und regionale Vorschriften und Schutzgebiete — eine einheitliche Vorgabe für Angler fanden wir nicht. Vor der Tour beim örtlichen Fischereiamt, Hafenamt oder Guide nachfragen.
Fünf Widersprüche in den Quellen
- Wie groß wird er? FishBase: höchstens 75 cm Gesamtlänge und 14,6 kg, aber Scheibenbreite um 150 cm. Englische Wikipedia: bis 1,4 m breit und 2,5 m lang, Rekordtier 2,21 m breit. Deutsche Wikipedia: höchstens 2,5 m lang, meist deutlich unter 1 m, bis 10 kg.
- Wie viele Junge? FishBase: 4 bis 7. Englische Wikipedia: 4 bis 9 — und zwei Würfe pro Jahr. Deutsche Wikipedia: 4 bis 6 Embryonen.
- Wie weit reicht er? FishBase: von der Nordsee bis Angola. Englische Wikipedia: von Südnorwegen und der westlichen Ostsee bis Madeira und zu den Kanaren. Deutsche Wikipedia: von der Südküste Großbritanniens und der Nordsee bis Mauretanien.
- Wie tief lebt er meistens? Einig sind sich alle bei höchstens rund 200 Metern. Üblich sind laut FishBase und deutscher Wikipedia 20 bis 35 Meter, laut englischer Wikipedia geht er meist nicht tiefer als 60 Meter. Und das IUCN-Datum: FishBase nennt den 4. August 2020, die deutsche Wikipedia 2020, die englische 2021 (beide Jabado und Kollegen).
- Hilft heißes Wasser? Das Nachschlagewerk StatPearls (NCBI) nennt das Eintauchen in heißes Wasser die Standardbehandlung; eine kleine Studie von 2018 mit 22 Patienten fand deutlich weniger Schmerz. Das MSD Manual dagegen schreibt, die Wirkung als frühe Behandlung sei nicht belegt. Wer es versucht, sollte die Temperatur laut StatPearls an der unverletzten Hand prüfen — die verletzte spürt Hitze oft schlechter.
Drei Fallen beim Namen
- Blue stingray ist nicht common stingray. Einige Datenbanken (Catalogue of Life, ITIS) führen „blue stingray“ als englischen Namen von *Dasyatis pastinaca*. Laut englischer Wikipedia ist der Blaue Stechrochen aber seit 1993 (Cowley und Compagno) eine eigene Art, *Dasyatis chrysonota*, aus dem südlichen Afrika.
- Nicht jeder Stechrochen im Mittelmeer ist dieser. Im Mittelmeer lebt auch Tortoneses Stechrochen, *Dasyatis tortonesei*; wie er sich vom Gewöhnlichen unterscheidet, ist laut englischer Wikipedia kaum verstanden — möglicherweise ist er gar keine eigene Art. Ein Foto vom Boot reicht für die sichere Bestimmung oft nicht.
- Pfeilschwanz ist kein Krebs — und Meerkatze keine Katze. Die EU-Datenbank EUNIS führt „Pfeilschwanz“ und „Peitschenrochen“ als deutsche Namen dieses Rochens; „Pfeilschwanz“ heißen sonst die Pfeilschwanzkrebse. Und das russische морской кот („Meerkatze“) meint hier den Stechrochen — wer das übersetzt, landet schnell bei einem ganz anderen Tier.
Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Lebensraum, Beute und Gewohnheiten stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, ist alles andere — Licht, Luftdruck, Wind, Wassertemperatur, Strömung —, und ob sich ein Abend am Sandgrund vor der Küste lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus: Es nimmt die Bedingungen an deinem Wasser und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man ein fremdes Revier, seine Kanten und seine Regeln nicht vom ersten Tag an kennt, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du rausgehst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr. Die App sagt wann, Pathfinder mit wem.