Roter Zackenbarsch: der Zackenbarsch, der vom Suezkanal profitiert — und sich seit 2000 bis in die Adria vorarbeitet

Unter den Zackenbarschen des Mittelmeers ist er der mit dem Unterbiss und dem rotbraunen Kleid: *Mycteroperca rubra* — deutsch Roter Zackenbarsch (deutsche Wikipedia, Catalogue of Life), seltener Gefleckter Zackenbarsch (Catalogue of Life), englisch mottled grouper, italienisch cernia rossa, französisch badèche rouge oder mérou royal, spanisch abade oder gitano, portugiesisch garoupa-chumbo, niederländisch koninklijke grouper, finnisch viiruposkimeriahven, russisch пятнистый групер, türkisch taş hanisi, griechisch πίγκα, kroatisch češljasta kirnja und katalanisch anfós jueu (GBIF, WoRMS, Wikipedia). Für Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Slowenisch, Albanisch und Japanisch fanden wir in GBIF und Wikidata keinen bestätigten Artnamen; für Arabisch nur den Titel der ägyptisch-arabischen Wikipedia, الهامور مرقش. Hier steht, woran du ihn erkennst, wo er lebt, was er frisst, warum er sich zum Laichen zu Hunderten trifft — und warum die Quellen bei seiner Größe um mehr als einen halben Meter auseinanderliegen.

Ein Zackenbarsch aus „Japan“

Beschrieben hat ihn der deutsche Naturforscher Marcus Élieser Bloch im Jahr 1793, damals als *Epinephelus ruber* (FishBase, englische und deutsche Wikipedia). Als Fundort gab Bloch „Japan“ an — laut englischer Wikipedia wahrscheinlich ein Irrtum für Europa oder das Mittelmeer. Die deutsche Wikipedia listet acht weitere alte Namen, darunter *Serranus nebulosus* und *Mycteroperca scirenga*. Von den Zackenbarschen der Gattung *Epinephelus* unterscheidet ihn laut italienischer Wikipedia vor allem die Afterflosse: 11–12 Weichstrahlen statt 8–9. Für den Menschen ist er laut FishBase harmlos.

Woran du ihn erkennst

  • Die Form: länglich, kräftig und seitlich abgeflacht; der Kopf ist länger als der Körper hoch (englische und deutsche Wikipedia). Der Unterkiefer steht deutlich vor und gibt dem Kopf eine spitze Form (italienische, katalanische und schwedische Wikipedia).
  • Die Farbe: meist einheitlich rotbraun, oft mit schwarzen oder hellgrauen Flecken marmoriert (englische, deutsche und schwedische Wikipedia). Die italienische Wikipedia beschreibt weißliche Flecken, am Kopf geordnet, am Körper unregelmäßig — bei großen Tieren können sie verblassen oder ganz fehlen.
  • Der Strich über dem Maul: ein schwarzer Streifen über dem Oberkiefer (englische, deutsche und schwedische Wikipedia).
  • Das Zeichen der Jungfische: ein schwarzer Sattelfleck auf dem Schwanzstiel (englische, deutsche und italienische Wikipedia).
  • Der Kiemendeckel: Der Vorkiemendeckel ist gesägt, am Winkel mit vergrößerten Zähnchen und einem abgerundeten Lappen unter einer Einkerbung (englische und deutsche Wikipedia).
  • Die Zähne: vorne hundszahnartig und gut entwickelt, laut italienischer Wikipedia vier oben und zwei unten.
  • Die Flossen: Rückenflosse mit 11 Stachelstrahlen und 15–17 Weichstrahlen, Afterflosse mit 3 Stachel- und 11–12 Weichstrahlen (FishBase, englische und deutsche Wikipedia).

Wo er lebt — und warum er nach Norden zieht

Sein Gebiet ist der Ostatlantik von Portugal bis ins südliche Angola und das Mittelmeer (FishBase); FishBase gibt den Rahmen mit 43° Nord bis 16° Süd an. Im Mittelmeer galt er lange als Art des Südens — laut italienischer Wikipedia historisch nur bis Sizilien. Seit den 2000er-Jahren breitet er sich nach Norden aus: ins Ligurische und Tyrrhenische Meer, entlang der italienischen und französischen Küsten und in die Adria (italienische Wikipedia); die englische Wikipedia nennt die Provence als nördlichen Rand. In Kroatien wurde er laut kroatischer Wikipedia erstmals am 9. September 2000 gefangen, wenige Seemeilen vor Dubrovnik. Im Schwarzen Meer fehlt er (englische Wikipedia).

Er lebt am Grund über Fels und angrenzendem Sand (FishBase), laut kroatischer Wikipedia vor allem an steilen Felshängen mit stärkerer Strömung. Er nimmt künstliche Riffe und Wracks gut an — die englische Wikipedia nennt Wracks vor Sizilien, die italienische Wracks und Kunstriffe allgemein. Laut deutscher Wikipedia schwimmt er meist 0,1 bis 5 Meter über dem Boden, lebt einzeln oder in Gruppen bis zu zehn Tieren, ist tagaktiv und zieht sich nachts in Höhlen und Löcher zurück. Die italienische Wikipedia beobachtet ihn oft jagend im freien Wasser, weit über dem Grund. Jungfische leben küstennäher; FishBase, die katalanische und die kroatische Wikipedia nennen sie sehr häufig in Mangroven-Lagunen — die gibt es im Mittelmeer nicht, das betrifft den afrikanischen Teil seines Gebiets. Für das Mittelmeer schreibt die deutsche Wikipedia, dass Tiere bis 10 cm das ganze Jahr in felsigem Flachwasser unter 10 m bleiben.

Was er frisst — und was der Suezkanal damit zu tun hat

FishBase, die katalanische und die schwedische Wikipedia nennen Weichtiere (vermutlich Kopffüßer) und kleine Fische, die italienische zusätzlich Krebstiere, die kroatische vor allem Kopffüßer und Fische. Die deutsche Wikipedia wird konkret: Im östlichen Mittelmeer stellen Kaninchenfische (*Siganus*) etwa zwei Drittel der bestimmten Beute. Diese Fische sind durch den Suezkanal aus dem Roten Meer eingewandert — und laut deutscher Wikipedia ist es plausibel, dass diese neue, reichliche Nahrung den Roten Zackenbarsch im östlichen Mittelmeer zum häufigsten Zackenbarsch gemacht hat, während er anderswo im Mittelmeer deutlich seltener ist.

Erst Weibchen, dann Männchen — und Treffen zu Hunderten

Wie viele Zackenbarsche ist er ein protogyner Zwitter: Jedes Tier beginnt als Weibchen, einige werden später zu Männchen (englische, deutsche und italienische Wikipedia). Laut englischer, italienischer und schwedischer Wikipedia geschieht der Wechsel mit etwa neun Jahren bei rund 53 cm. Zum Laichen bilden sie Versammlungen: Die englische Wikipedia nennt solche Laichaggregationen vor Israel, Senegal, der Türkei und Korsika. Die deutsche Wikipedia beschreibt nach einer Studie vor Israel Treffen von bis zu 500 Tieren in strukturreichem Felsgelände, im Abstand von ein bis zwei Wochen über die ganze Saison; dabei zeigten die Fische drei Farbmuster — dunkel, gepunktet und hell —, deren Funktion weitgehend unbekannt ist.

Fang, Wert und Gefahr

Gefangen wird er laut italienischer Wikipedia mit Grundschleppnetzen, Langleinen und von Unterwasserjägern; in Europa meist nur gelegentlich als Beifang bei der Fischerei auf andere Zackenbarsche. Sein Fleisch gilt als sehr gut (italienische und kroatische Wikipedia), FishBase führt ihn in der Preiskategorie „hoch“ und nennt eine kleine kommerzielle Fischerei. Die deutsche Wikipedia warnt, dass beim Verzehr je nach Fanggebiet gelegentlich Ciguatera-Vergiftungen auftreten können — eine Fischvergiftung durch Algengifte, die sich in Raubfischen anreichern. Und sie nennt eine besondere Gefahr: Speerfischen während der Laichversammlungen, vor allem an der israelischen Küste.

Status — und was du tun kannst

Auf der Roten Liste der IUCN gilt er als „nicht gefährdet“ (Least Concern), bewertet am 22. November 2016 (FishBase, deutsche Wikipedia). Genaue Bestandszahlen gibt es laut deutscher Wikipedia nicht. Doch FishBase rechnet seine Widerstandskraft als sehr niedrig: Ein Bestand braucht demnach mehr als 14 Jahre, um sich zu verdoppeln, und die Anfälligkeit für Befischung liegt bei hoch bis sehr hoch (67 von 100). Ein Fisch, der sich zu Hunderten an denselben Felsen trifft und erst mit neun Jahren Männchen wird, verträgt Druck auf diese Treffen schlecht — das schreibt auch die deutsche Wikipedia.

Ob für ihn ein Mindestmaß, eine Schonzeit oder ein Fangverbot gilt, regeln die nationalen und regionalen Vorschriften — eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, und wir nennen bewusst keine. Die kroatische Wikipedia schreibt etwa, dass in Kroatien die sommerliche Schonzeit für Zackenbarsche auch für ihn gilt, obwohl er nicht zur Gattung *Epinephelus* gehört. Prüfe vor Ort, was aktuell gilt — besonders in Meeresschutzgebieten. Und wenn du im Frühjahr viele große Zackenbarsche an einer Stelle siehst: Das ist vermutlich eine Laichversammlung, die man in Ruhe lassen sollte.

Sieben Widersprüche in den Quellen

  • Wie groß wird er? FishBase, englische, italienische, katalanische, kroatische und schwedische Wikipedia: bis 144 cm und 49,7 kg, üblich 80 cm. Die deutsche Wikipedia nennt dagegen eine Standardlänge von 59 cm, insgesamt bis etwa 85 cm, nach Beobachtungen bis 95 cm — rund 50 cm weniger als alle anderen.
  • Wann wird er geschlechtsreif? Englische, katalanische und schwedische Wikipedia: mit 27–32 cm und 4–5 Jahren. FishBase: bei 34 cm (32–36). Deutsche Wikipedia, nach einer Studie vor Israel: schon mit zwei Jahren, aber erst bei 35–36 cm.
  • Wann laicht er? Katalanische und schwedische Wikipedia: im Mittelmeer im späten Frühjahr. Deutsche Wikipedia (Israel): von Februar/März bis Ende Mai.
  • Wie sieht die Schwanzflosse aus? Englische Wikipedia: bei Jungfischen und Halbwüchsigen gerade abgeschnitten, bei Erwachsenen über 50 cm eingebuchtet. Deutsche und schwedische Wikipedia: bei Jungfischen unter 20 cm gewölbt, dann gerade, ab 50 cm eingebuchtet. Die katalanische Wikipedia nennt sie schlicht gerade.
  • Wie flach lebt er? FishBase, katalanische, italienische, kroatische und schwedische Wikipedia: 15–200 m, meist 15–50 m. Die englische Wikipedia nennt für das östliche Mittelmeer 1–30 m, die deutsche dort unter 40 m.
  • Wird er kommerziell gefischt? Englische Wikipedia: im Mittelmeer nicht, weil er dort zu selten sei, häufiger vor Afrika. FishBase: kleine kommerzielle Fischerei, Preis hoch. Deutsche Wikipedia: gewisser kommerzieller Nutzen, auf marokkanischen Märkten oft als Beifang.
  • Welche Familie? FishBase und die deutsche Wikipedia stellen ihn zu den Epinephelidae, die englische, italienische, katalanische, kroatische, schwedische und polnische Wikipedia zu den Sägebarschen (Serranidae). Das ist kein Fehler einer Seite, sondern eine offene Systematik-Frage — der wissenschaftliche Artname bleibt derselbe.

Vier Fallen beim Namen

  • „Comb grouper“ ist doppelt belegt. WoRMS, ITIS und die IUCN führen comb grouper als englischen Zweitnamen für *Mycteroperca rubra* — die englische Wikipedia verwendet denselben Namen für den westatlantischen *Mycteroperca acutirostris*. Meldungen aus Brasilien waren laut englischer Wikipedia genau diese Art.
  • Die Inseln sind ein Irrtum. Meldungen von Madeira, den Azoren, den Kanaren und den Kapverden beruhen laut deutscher und englischer Wikipedia auf Verwechslungen mit dem Atlantik-Zackenbarsch *Mycteroperca fusca*; FishBase schreibt, Insel-Funde seien noch unbestätigt.
  • „Mero“ allein ist ein anderer Fisch. GBIF führt mero auch für diese Art — in Spanien meint mero aber in aller Regel den Braunen Zackenbarsch (*Epinephelus marginatus*).
  • „Badèche“ allein ist doppelt belegt. Französisch heißt er badèche rouge — als mérou badèche wird aber auch der Spitzkopf-Zackenbarsch (*Epinephelus costae*) bezeichnet. Wer sicher sein will, nimmt *Mycteroperca rubra*.

Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Bei einem Fisch, der tagsüber über Felshängen und Wracks jagt und nachts in seine Höhle geht, entscheidet der richtige Tag mehr als jede Montage. Lebensraum, Beute und Laichzeit stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, sind die Bedingungen an deinem Wasser — das rechnet StrikeAhead aus und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man die Kanten und Regeln eines fremden Reviers nicht vom ersten Tag an kennt, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du rausgehst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr. Die App sagt wann, Pathfinder mit wem.