Wahoo angeln: der Fisch, den Hemingway über alle stellte

Gefragt, welcher Fisch am besten schmecke, habe Ernest Hemingway nicht gezögert: Der Wahoo sei der beste Speisefisch, der schnellste Läufer und der härteste Kämpfer im Ozean. So steht es in der japanischen Wikipedia, die sich auf das Buch *Fishing the World* von Steen Ulnits (2011) beruft. Und sie nennt noch ein Fundstück: Es existiert ein Erinnerungsfoto, auf dem Gregorio Fuentes, der Kapitän von Hemingways Fischerboot, einen Wahoo von 85 Pfund (38,5 kg) präsentiert. Dieser Artikel handelt vom Wahoo, *Acanthocybium solandri* — spanisch peto, französisch thazard-bâtard oder thazard noir, italienisch acantocibio, portugiesisch cavala-da-índia, auf Hawaii ono, japanisch カマスサワラ (kamasusawara).

Ein Thunfisch-Verwandter, der aussieht wie ein Barrakuda

Der Wahoo gehört zur Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae), sieht aber mit seiner schlanken Torpedoform eher aus wie ein Barrakuda (deutsche Wikipedia). Seine Verwandtschaft verraten erst die kleinen Flössel zwischen den letzten Flossen und dem Schwanz. Er ist laut französischer, portugiesischer und niederländischer Wikipedia die einzige Art seiner Gattung. Den Namen *Acanthocybium* leitet FishBase aus dem Griechischen ab: akantha, der Dorn, und kybion, ein Wort für einen Thunfisch. Das Artepitheton *solandri* ehrt den Schweden Daniel Solander (1733–1782), einen Schüler Linnés (FishBase), der laut norwegischer Wikipedia an Kapitän Cooks erster Expedition teilnahm. Georges Cuvier beschrieb die Art 1832 als *Cybium solandri* (niederländische Wikipedia) — und zwar laut norwegischer Wikipedia nach einer Zeichnung und Beschreibung Solanders, nicht nach einem Fisch in der Hand.

Woran du ihn erkennst

Der Körper ist langgestreckt und im Querschnitt oval (FishBase), seitlich nur leicht abgeflacht. Die Schnauze ist etwa so lang wie der übrige Kopf, das Maul groß, besetzt mit starken, dreieckigen, abgeflachten und fein gesägten Zähnen; der hintere Teil des Oberkiefers verschwindet ganz unter dem Knochen vor dem Auge (FishBase). Kiemenreusen fehlen vollständig — für die japanische Wikipedia der Grund, warum er kein Plankton filtern kann und nur Beute einer gewissen Größe frisst. Die erste Rückenflosse ist lang und niedrig, mit 23 bis 27 Stacheln, die zweite kurz, mit 12 bis 16 Weichstrahlen; die Afterflosse hat 12 bis 14 Weichstrahlen und keine Stacheln (FishBase). Dahinter sitzen oben 8 bis 9 und unten 9 Flössel (deutsche Wikipedia). Der Körper trägt kleine Schuppen, aber nicht den Schuppenpanzer hinter dem Kopf, den viele Thunfische haben. Die Seitenlinie knickt laut deutscher Wikipedia unter der Mitte der ersten Rückenflosse abrupt zur Körpermitte ab, und der schmale Schwanzstiel trägt laut norwegischer Wikipedia einen kräftigen Längskiel mit zwei kleineren Kielen daneben.

Die Farbe: Der Rücken schillert blaugrün, die Seiten sind silbern mit 24 bis 30 kobaltblauen senkrechten Streifen, die bis unter die Seitenlinie reichen (FishBase); manche sind laut deutscher Wikipedia doppelt oder Y-förmig. Was mit den Streifen nach dem Tod geschieht, darüber sind sich die Quellen nicht einig: Die englische Wikipedia schreibt, die Farben verblassen rasch, die deutsche, die Streifen werden schwarz, die japanische, sie werden dunkler. Von der atlantischen King Mackerel (Königsmakrele) unterscheidet ihn laut arabischer Wikipedia eine Hautfalte, die den Unterkiefer bei geschlossenem Maul bedeckt.

  • Größe: FishBase nennt 250 cm Gesamtlänge als Höchstmaß und 170 cm (Gabellänge) als üblich; das schwerste veröffentlichte Gewicht sind 83 kg. Geschlechtsreif wird er laut FishBase bei rund 99 cm (85 bis 105 cm). Der französische Rekord liegt laut französischer Wikipedia bei 38 kg, gefangen vor Guadeloupe. Das Durchschnittsgewicht gibt die russische Wikipedia mit 10 bis 20 kg an.

Wo er steht und was er frisst

  • Verbreitung: laut FishBase in den tropischen und subtropischen Gewässern von Atlantik, Indischem und Pazifischem Ozean, einschließlich Karibik und Mittelmeer, zwischen 59° Nord und 48° Süd. Die deutsche Wikipedia nennt als Beispiel die Gewässer vor La Palma; in Japan ist er laut japanischer Wikipedia vor allem um die Izu- und Ogasawara-Inseln, Okinawa und Amami häufig. Laut englischer Wikipedia zeigen genetische Untersuchungen zwei schwach getrennte Bestände im Atlantik und im Indopazifik, zwischen denen vermutlich viel Austausch besteht.
  • Tiefe: ein Fisch der Oberfläche — FishBase gibt 0 bis 20 Meter an, üblich 0 bis 12. Er lebt pelagisch und ozeanisch, also im freien Wasser (FishBase). Die russische Wikipedia trifft ihn meist nicht weit vor der Küste, an Riffen und über dem Kontinentalschelf, seltener im offenen Ozean.
  • Nahrung: Fische und Kalmare (FishBase). Eine Studie im westlichen und zentralen Pazifik fand laut englischer Wikipedia in den Mägen 84,64 % Fisch, 14,26 % Kopffüßer und 1,1 % Krebstiere. Als Beute nennen deutsche und norwegische Wikipedia Heringsartige, Fliegende Fische, Laternenfische, kleine Stachelmakrelen und Igelfische, die norwegische auch andere Makrelenartige. Laut finnischer Wikipedia kann er mit seinem riesigen Maul erstaunlich große Beute schlucken. FishBase setzt ihn auf die Trophiestufe 4,3.
  • Wie er jagt: Laut russischer Wikipedia greift er — anders als ein Marlin, der seine Beute von hinten einholt — aus der Tiefe an, mit enormem Tempo, verfehlt dabei oft und setzt dann erneut an. Vor dem Angriff schwimmt er ruhig neben oder unter einem Kleinfischschwarm, hält still oder dreht ab und wartet, bis die Beute weit genug entfernt ist.
  • Mitbewohner: Die meisten Wahoos tragen laut englischer Wikipedia einen Saugwurm im Magen, den Riesenmagenwurm *Hirudinella ventricosa*, der dem Fisch offenbar nicht schadet. Die japanische Wikipedia ergänzt: Er befällt keine Menschen, für die Küche also kein Problem.

Laichen über Monate

Die Eier treiben im freien Wasser, die Larven ebenso (FishBase). Die Laichzeit scheint sich laut FishBase über lange Zeit zu erstrecken: Fische in verschiedenen Reifestadien werden oft gleichzeitig gefangen. Die schwedische Wikipedia schreibt, sie könne an manchen Orten das ganze Jahr umfassen, im westlichen Zentralatlantik dagegen Mai bis August. Geschlechtsreif wird er laut schwedischer Wikipedia mit ein bis zwei Jahren — die französische sagt zwei bis vier. Auch bei der Fruchtbarkeit liegen die Zahlen weit auseinander: FishBase rechnet mit 6 Millionen Eiern, die schwedische Wikipedia mit rund 60 Millionen im Jahr, die französische mit etwa einer Million im Jahr. Und das Alter: FishBase nennt über 4 Jahre, die schwedische mindestens 5 bis 6, die französische bis zu 10. Weibchen sind laut englischer Wikipedia häufiger als Männchen, mit Verhältnissen von 1:0,9 (Puerto Rico) bis 3,5:1 (North Carolina). Er wächst schnell — eine Studie aus dem Korallenmeer (Zischke und Kollegen, 2013) trägt das schon im Titel.

Wie man ihn fängt — und was du wissen solltest

FishBase führt ihn als wichtigen Sportfisch in manchen Gebieten. Gefangen wird er laut italienischer, englischer und japanischer Wikipedia vor allem beim Schleppfischen (Trolling), in Japan auch mit dem Speer. Im Golf von Mexiko fängt man ihn laut englischer Wikipedia am erfolgreichsten im Winter mit lebendem Köder rund um Öl- und Gasplattformen im tiefen Wasser. Die spanische Wikipedia lobt seinen Kampf am leichten und mittleren Gerät und vor allem das Tempo seiner ersten Flucht.

Am ausführlichsten ist die russische Wikipedia: Er beißt auf fast alles — Meeräsche, Fischfetzen, Kalmar, Kunstköder —, am wirksamsten aber auf Wobbler oder Jerkbaits, die 1,5 bis 3 Meter tief laufen, und auf schwere Blinker bis 80 Gramm, die man werfen oder schleppen kann. Normale Drillinge verbiegt er, die Wikipedia empfiehlt verstärkte Meeresdrillinge und Kunststoff- statt Holzköder. Und vor allem: Ohne Stahlvorfach solle man gar nicht erst losfahren — seine Zähne durchbeißen festes Nylon. Am häufigsten beißt er dort im September und im März; für welches Revier, sagt der Artikel nicht. Die arabische Wikipedia warnt zudem, dass seine Zähne Schnüre kappen, wenn eigentlich Thun oder Marlin das Ziel sind.

⚠️ Was folgt, ist ein Schluss aus seiner Biologie, keine Quellenangabe: Ein Fisch, der in den obersten 12 bis 20 Metern jagt, aus der Tiefe mit Tempo angreift und Nylon durchbeißt, ist ein Fisch für schnell geschleppte Köder nahe der Oberfläche, für Kanten und Riffe über tiefem Wasser — und für ein Stahlvorfach. In Europa liegen die realistischen Reviere dort, wo die Quellen ihn verorten: auf den Kanaren (La Palma, dort heißt er peto), auf den Azoren (laut portugiesischer Wikipedia serra-da-índia) — das Mittelmeer ist, siehe unten, umstritten.

Zwei Warnungen. FishBase, die niederländische und die portugiesische Wikipedia verzeichnen Fälle von Ciguatera-Vergiftung nach dem Verzehr — ein Gift aus tropischen Riffalgen, das sich in Raubfischen anreichert und durch Kochen nicht zerstört wird. Und die Zähne: laut englischer Wikipedia rasiermesserscharf — beim Abhaken Abstand halten, Zange benutzen. Das Fleisch gilt als weiß, fest und von sehr guter Qualität (FishBase, englische Wikipedia); in Japan wird er laut japanischer Wikipedia im Frühling und Herbst geschätzt, als Sashimi, frittiert, in Miso eingelegt, und zwischen Hachijō und den Ogasawara-Inseln für das traditionelle Insel-Sushi.

Und der Bestand? Die IUCN stuft ihn als „Least Concern“ ein — nicht gefährdet (FishBase: bewertet am 1. März 2022). Laut englischer Wikipedia gilt die Art insgesamt nicht als überfischt, und weil er keine dichten Schwärme bildet, ist er der industriellen Fischerei weniger ausgeliefert als Thunfische; gefangen wird er aber regelmäßig als Beifang an Langleinen und in Ringwaden um treibende Objekte. Für den Atlantik gibt es seit 2003 einen eigenen Bewirtschaftungsplan für Goldmakrele und Wahoo (englische Wikipedia). FishBase schätzt die Verwundbarkeit durch Fischerei als „moderat bis hoch“ (46 von 100), die Widerstandskraft als mittel (Verdopplung in 1,4 bis 4,4 Jahren) — und die Verwundbarkeit durch den Klimawandel als „sehr hoch“ (76 von 100). Mindestmaße, Fangmengen und Schonzeiten regelt jedes Land selbst — prüfe sie vor Ort.

Fünf Widersprüche, offen stehen gelassen

  • Wie groß? FishBase: höchstens 250 cm, ebenso französische, portugiesische, niederländische, schwedische, finnische, russische und japanische Wikipedia. Die deutsche und die norwegische: höchstens rund 210 cm. Die englische und die spanische: bis 2,77 m. Die italienische: 2 m bei über 60 kg. Einig sind sich fast alle nur beim Gewicht: 83 kg.
  • Wie schnell? FishBase nennt keine Zahl. Die schwedische Wikipedia: 75 km/h in kurzen Spurts. Die norwegische und die russische: 77 km/h. Die finnische: 80 km/h. Die arabische: 60 Meilen pro Stunde, also 97 km/h. Woher die Zahlen stammen, sagt keine dieser Fassungen.
  • Im Mittelmeer — ja oder kaum? FishBase, deutsche, schwedische, norwegische, niederländische, französische und japanische Wikipedia zählen das Mittelmeer ausdrücklich zum Verbreitungsgebiet. Die italienische Wikipedia hält dagegen: Dort sei er äußerst selten, es gebe sehr wenige Meldungen, auch aus italienischen Gewässern, und er halte sich immer fern der Küsten. Die französische schreibt, er wage sich im Sommer bis nach England — die russische und die spanische dagegen treffen ihn oft nicht weit vor der Küste.
  • Einzelgänger oder Schwarm? FishBase: oft allein oder in kleinen, lockeren Gruppen, keine dichten Schwärme. Englische und arabische Wikipedia: allein oder zu zweit oder dritt — unter günstigen Bedingungen aber in Schwärmen von 100 und mehr (die spanische versieht genau diesen Satz mit „Beleg fehlt“). Französische: Gruppen von 2 bis 6. Finnische: Schwärme von einigen Dutzend. Russische: Einzelgänger, bildet keine Schwärme.
  • Speisefisch für den Handel oder Sportfisch? Die niederländische Wikipedia: beträchtliche kommerzielle Bedeutung, beim Angeln wird ihm wenig nachgestellt. Die norwegische genau umgekehrt: keine kommerzielle Fischerei, aber bei Sportanglern begehrt. Die schwedische: Als Fisch ohne Schwarmverhalten sei er traditionell vor allem ein Ziel der Sportfischerei. FishBase führt ihn als kommerziell und als Sportfisch; die portugiesische Wikipedia nennt rund 3 000 Tonnen von der FAO erfasste Fänge.

Sechs Namen, die zum falschen Fisch führen

  • „Kingfish“ und „Königsmakrele“. Die englische GBIF-Namensliste führt für den Wahoo auch „Kingfish“ und „Pacific king-fish“, die russische „Korolevskaya makrel“ (Königsmakrele). Die King Mackerel des Atlantiks ist aber ein anderer Fisch; die arabische Wikipedia nennt als Unterschied die Hautfalte über dem Unterkiefer, die nur der Wahoo hat.
  • „Barracuda“ und „Pike Mackerel“. Auch diese Namen stehen in der GBIF-Liste. Der Barrakuda (eigene Gruppe in dieser Serie) hat laut norwegischer Wikipedia größere Schuppen und Zähne und eine breitere Schwanzflosse ohne Kiele; die arabische Wikipedia nennt seine dolchartigen Zähne und die auffälligen Schuppen.
  • カマスサワラ — der Name mit zwei Fischen. Der japanische Name verbindet kamasu (Barrakuda) und sawara (Spanische Makrele). In Nagasaki hieß er laut japanischer Wikipedia オオカマス (ookamasu, „großer Barrakuda“); der Ichthyologe Kamakichi Kishinoue hielt das für unpassend und gab ihm den heutigen Namen. Von den echten Sawara (Gattung *Scomberomorus*) unterscheidet er sich laut japanischer Wikipedia durch die fehlenden Kiemenreusen, den lang zugespitzten Kopf und die fast rechteckige erste Rückenflosse.
  • „Peto“, „sierra“, „serra“. Spanisch heißt er peto, sierra golfina oder guatapaná (spanische Wikipedia), auf den Kapverden serra, auf den Azoren serra-da-índia (portugiesische Wikipedia). GBIF führt auch „Sierra“ und „Carite tiburón“. Die spanische Wikipedia vergleicht ihn ausdrücklich mit der caballa real und der caballa española — nahen Verwandten, die man mit ihm verwechseln kann. Und „cavala“ heißt auf Portugiesisch schlicht Makrele.
  • „Kolyuchaya pelamida“ und „thon banane“. Die russische Wikipedia nennt ihn auch колючая пеламида — „dornige Pelamide“, also dorniger Bonito; die französische kennt „thon banane“, den Bananen-Thun. Weder Bonito noch Thun: Der Wahoo ist der einzige Vertreter seiner Gattung. Den echten Bonito behandelt eine eigene Gruppe dieser Serie.
  • Ono, hoo, oahu. Auf Hawaii heißt er ono (englische Wikipedia), in den USA manchmal kurz hoo; die russische Wikipedia listet auch „оаху“. Und in der GBIF-Liste stehen Einträge wie das dänische „Vurracina“ oder das griechische „Ακανθορίκι“, die sich in keiner anderen Quelle wiederfinden — solche Namen sind mit Vorsicht zu genießen.

Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Tiefe, Nahrung und Jagdweise stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, ist alles andere — und ob ein Tag auf dem Wasser lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus: Es nimmt die Bedingungen an deinem Wasser und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man einen Hochseefisch nicht vom Ufer aus sucht, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du hinausfährst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr.

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