Gefleckter Wolfsbarsch: der kleine Bruder des Wolfsbarschs, der seine Punkte ein Leben lang behält
Er sieht aus wie ein Wolfsbarsch, der vergessen hat, seine Jugendflecken abzulegen: der Gefleckte Wolfsbarsch, *Dicentrarchus punctatus* — englisch spotted seabass, spanisch baila, italienisch spigola maculata oder spigola puntata, französisch bar tacheté oder bar moucheté, portugiesisch robalo-baila, niederländisch gevlekte zeebaars, dänisch plettet havbars, schwedisch fläckig havsabborre, finnisch täpläbassi, russisch пятнистый лаврак, türkisch benekli levrek, griechisch στικτό λαβράκι und albanisch levreku pikalosh (alle GBIF), arabisch شبص مرقط (Wikidata). Für Norwegisch, Kroatisch, Slowenisch und Japanisch fanden wir in GBIF und Wikidata keinen bestätigten Artnamen. Hier steht, wie du ihn vom gewöhnlichen Wolfsbarsch unterscheidest, wo er lebt, was er frisst, wann er laicht — und warum ausgerechnet bei seiner Verbreitung und Tiefe die Quellen so weit auseinanderliegen.
Der kleine Bruder des Wolfsbarschs
Beschrieben hat ihn Marcus Elieser Bloch im Jahr 1792, damals noch als *Sciaena punctata* (englische und französische Wikipedia). Er gehört zur Familie der Wolfsbarsche (Moronidae), und seine Gattung *Dicentrarchus* — laut deutscher Wikipedia „Zweistachel-Barsch“ — hat laut englischer Wikipedia genau zwei Arten: ihn und den Europäischen Wolfsbarsch *Dicentrarchus labrax*, den Angler am Mittelmeer als Spigola, Lubina oder Lavraki kennen. Für den Menschen ist er laut FishBase harmlos, und FishBase führt ihn ausdrücklich als Sportfisch.
Woran du ihn erkennst — und vom Wolfsbarsch unterscheidest
- Die Punkte: schwarze Flecken auf Rücken und Flanken, die er laut französischer Wikipedia auch als erwachsener Fisch behält; laut englischer Wikipedia tragen sie nur erwachsene Tiere. Der Grund ist silbergrau, der Rücken im Leben bläulich (englische Wikipedia).
- Der Kiemendeckel: ein großer schwarzer Fleck am Rand des Kiemendeckels (deutsche, englische, französische und italienische Wikipedia).
- Die Augen: im Verhältnis zum Kopf größer als beim Wolfsbarsch (deutsche, französische und italienische Wikipedia).
- Das Maul: oberständig, der Unterkiefer vorstehend (deutsche und französische Wikipedia).
- Der Körper: laut italienischer Wikipedia gedrungener als beim Wolfsbarsch, mit zwei Rückenflossen, die erste mit Stachelstrahlen.
- Die Größe: meist um 30 cm, höchstens um 70 cm (FishBase, deutsche und englische Wikipedia) — wie viel genau, darüber streiten die Quellen, siehe unten.
- Achtung bei kleinen Fischen: Laut italienischer Wikipedia haben auch junge Wolfsbarsche bis 10–15 cm dunkle Flecken, meist aber weniger deutlich. Ein kleiner gefleckter Barsch ist also noch kein Gefleckter Wolfsbarsch — achte auf Kiemendeckelfleck, Augen und Maul.
Wo er lebt — Küste, Lagune, Flussmündung
Er ist ein Fisch der Küste. FishBase beschreibt ihn als Art küstennaher Meeres- und Brackgewässer über Sand, schlammigem Sand und Fels, gelegentlich auch in Flüssen; die deutsche Wikipedia findet keine klare Vorliebe für einen bestimmten Grund. Bemerkenswert: Laut FishBase und italienischer Wikipedia hält er auch übersalzenes Wasser aus — FishBase nennt als Beispiel das Sine-Saloum-Delta in Senegal. Die italienische Wikipedia nennt ihn noch küstennäher als den Wolfsbarsch.
Sein Verbreitungsgebiet ist der Ostatlantik, laut FishBase von Europa und Marokko bis Senegal und zu den Kanaren, dazu das Mittelmeer und der Golf von Suez; die deutsche Wikipedia nennt ihn im Roten Meer einen jungen Einwanderer. Im Mittelmeer lebt er laut FishBase vor allem im Süden, laut französischer Wikipedia meist an den Südküsten — und laut französischer Wikipedia gibt es in der Alborán-See, wo sein Gebiet an das des Wolfsbarschs stößt, auch Hybriden beider Arten.
Was er frisst
Er ist laut englischer Wikipedia fast ausschließlich ein Fleischfresser. FishBase nennt vor allem Garnelen und Weichtiere, dazu Fische; die deutsche Wikipedia ergänzt Krabben, die französische und italienische Wikipedia sprechen von Krebstieren, Weichtieren und kleinen Fischen. FishBase gibt ihm eine trophische Stufe von 3,9 — ein Räuber also, der eher am Grund sammelt als im Freiwasser jagt.
Laichzeit und Reife
Gelaicht wird im Winter an der Küste (französische und italienische Wikipedia). Die englische Wikipedia wird genauer: im Mittelmeer von Januar bis März, im Ärmelkanal und weiter nördlich von März bis Mai. Geschlechtsreif wird er laut FishBase bei einer Länge von etwa 21,6 cm. Wer im Winter einen laichreifen Gefleckten Wolfsbarsch am Haken hat, tut ihm mit einem schonenden Zurücksetzen einen Gefallen — das ist keine Vorschrift, sondern unsere Empfehlung.
Am Haken und auf dem Teller
Laut deutscher Wikipedia ist er kein Hauptziel der Berufsfischerei, wird aber von Anglern gezielt befischt; die englische Wikipedia nennt ihn im mittleren Ostatlantik einen beliebten Sportfisch. Gefangen wird er laut englischer Wikipedia mit Grundschleppnetzen, Strandwaden, Spiegelnetzen und mit Haken und Leine, laut italienischer Wikipedia mit denselben Methoden wie der Wolfsbarsch — Stellnetze und Leinen mit Natur- oder Kunstködern. Sein Fleisch gilt laut englischer und italienischer Wikipedia als sehr schmackhaft; er wird laut englischer und italienischer Wikipedia auch in Aquakultur gehalten. FishBase nennt eine kleine kommerzielle Fischerei und eine mittlere Preiskategorie.
Status — und was du tun kannst
Auf der Roten Liste der IUCN gilt der Gefleckte Wolfsbarsch als nicht gefährdet (Least Concern). Ganz ohne Sorgen ist das Bild aber nicht: Laut italienischer Wikipedia wird er in Teilen seines Gebiets intensiv befischt, mit örtlicher Überfischung, und leidet unter Lebensraumzerstörung und Verschmutzung. FishBase schätzt seine Anfälligkeit für Befischung als mittel ein (36 von 100), seine Anfälligkeit für den Klimawandel aber als hoch bis sehr hoch (74 von 100).
Für dich am Wasser heißt das: Ob für ihn ein Mindestmaß oder eine Fangbegrenzung gilt, regeln die nationalen und regionalen Vorschriften des jeweiligen Landes — eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, und wir nennen hier bewusst keine. Prüfe vor Ort, was gilt; das Mindestmaß für den Europäischen Wolfsbarsch lässt sich nicht einfach übertragen.
Fünf Widersprüche in den Quellen
- Wie groß wird er? FishBase, deutsche und englische Wikipedia: höchstens um 70 cm. Französische Wikipedia: höchstens 60 cm und 2 kg. Italienische Wikipedia: höchstens ein halber Meter und 3 kg — also kürzer, aber schwerer als bei den Franzosen.
- Wie tief lebt er? FishBase gibt als Tiefe „30 – ? m“ an, also ab 30 m abwärts ohne Untergrenze. Die italienische Wikipedia sagt das Gegenteil: höchstens 30 m. Die englische Wikipedia schreibt „generally below about 30 m“ — was man so oder so lesen kann. Für einen Fisch der Lagunen und Flussmündungen spricht vieles für die flache Lesart, sicher ist sie nicht.
- Wie häufig ist er im Mittelmeer? Englische Wikipedia: im ganzen Mittelmeer. FishBase: im südlichen Mittelmeer. Französische Wikipedia: meist an den Südküsten, aber häufig an der ganzen italienischen Küste außer der nördlichen Adria. Italienische Wikipedia: häufiger an den afrikanischen Küsten und im Becken allgemein selten.
- Wo endet sein Gebiet? Im Norden: laut FishBase gelegentlich im Ärmelkanal, laut deutscher Wikipedia bis etwa in den Golf von Biskaya und selten im Kanal, laut englischer Wikipedia bis zur Bretagne, laut italienischer Wikipedia bis Jersey und Guernsey. Im Westen nennt nur die englische Wikipedia die Azoren, nur die italienische die Kapverden.
- Wann wurde er eingestuft? FishBase: IUCN-Bewertung am 14. Juli 2014. Englische Wikipedia: 2015. Am Ergebnis — nicht gefährdet — ändert das nichts.
Drei Fallen beim Namen
- „Spigola“, „Robalo“ und „sea bass“ allein meinen meist den anderen. GBIF führt diese Namen zwar auch bei unserem Fisch, sie stehen aber in erster Linie für den Europäischen Wolfsbarsch. Eindeutig wird es erst mit dem Zusatz — maculata, puntata, baila, spotted — oder dem wissenschaftlichen Namen.
- „Truite de mer“ ist kein Barsch. GBIF führt für ihn im Französischen auch truite de mer, und die französische Wikipedia nennt ihn regional so. Gemeint ist mit diesem Wort aber normalerweise die Meerforelle — ein Salmonide.
- Nicht jede Namensliste stimmt. In der GBIF-Liste für *Dicentrarchus punctatus* stehen auch Einträge wie „Three bar porcupinefish“ — ein Igelfisch-Name, der mit unserem Barsch nichts zu tun hat. Wer Namen aus Datenbanken übernimmt, sollte sie gegen eine zweite Quelle prüfen; erst der wissenschaftliche Name macht die Sache eindeutig.
Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Bei einem Fisch, der zwischen Lagune, Flussmündung und offener Küste pendelt, ist das keine Nebensache. Lebensraum, Beute und Laichzeit stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, sind die Bedingungen an deinem Wasser — und ob sich ein Tag an der Mündung lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man ein fremdes Revier, seine Kanten und seine Regeln nicht vom ersten Tag an kennt, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du rausgehst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr. Die App sagt wann, Pathfinder mit wem.