Lumb: der Tiefenräuber vor Norwegen mit nur einer Rückenflosse

Ein Dorschverwandter mit nur einer Rückenflosse, einer Bartel am Kinn und einem Zuhause weit unten: Im Nordostatlantik lebt er laut FishBase meist in 150 bis 450 Metern Tiefe. Dieser Artikel handelt vom Lumb, *Brosme brosme* — englisch tusk, in Nordamerika cusk, norwegisch und dänisch brosme, schwedisch lubb, finnisch und isländisch keila, niederländisch lom, französisch brosme, spanisch und italienisch brosmio, portugiesisch bolota, russisch менёк (GBIF), griechisch βρόσμιος, japanisch アツカワダラ und arabisch برسم (Wikidata). Für Türkisch, Kroatisch, Slowenisch und Albanisch fanden wir in Wikidata und GBIF keinen bestätigten eigenen Artnamen. Er ist ein Raubfisch des kalten, felsigen Tiefengrunds vor Norwegen, Island und den Färöern — und wer dort mit dem Boot über tiefem Fels fischt, kann ihn am Haken haben. Hier steht, wie du ihn erkennst, wo er lebt, was er frisst, wann er laicht — und warum ein Fisch, der acht bis zehn Jahre bis zur Geschlechtsreife braucht, unter Quote steht.

Ein Quappenverwandter aus der Tiefe

Der Lumb gehört laut deutscher Wikipedia zur Familie der Quappen (Lotidae) — wie der Leng im Meer und die Quappe im Süßwasser — und ist der einzige Vertreter seiner Gattung *Brosme*. Beschrieben hat ihn laut GBIF und deutscher Wikipedia Peder Ascanius im Jahr 1772. Er ist laut englischer Wikipedia ein träger Bodenfisch und ein schwacher Schwimmer; die deutsche Wikipedia beschreibt einen begrenzten Aktionsradius und kennt keine belegten größeren Wanderungen. Laut FishBase lebt er allein oder in kleinen Gruppen, meist weit vor der Küste über dem Grund.

Woran du ihn erkennst

Laut deutscher Wikipedia ist sein Körper spindelförmig mit großem Kopf; am Unterkiefer sitzt eine einzelne Bartel, der Oberkiefer steht etwas vor. Rücken- und Afterflosse sind auffällig lang, reichen bis zur Schwanzflosse und sind teilweise mit ihr verbunden — laut englischer Wikipedia an der Basis verbunden, aber durch tiefe Kerben getrennt; die Schwanzflosse ist gleichmäßig gerundet. Die Bauchflossen sitzen an der Kehle und sind fleischig. Die Farbe reicht laut deutscher Wikipedia von braun bis grau mit hellerem Bauch, laut norwegischer Wikipedia auch gelblich-braun; die unpaaren Flossen tragen einen schwarzen Saum mit weißem Rand. Jungtiere zeigen laut deutscher Wikipedia sechs gelbe Querbänder. Die winzigen Schuppen stecken tief in einer dicken, schleimigen Haut.

  • Größe: üblich laut deutscher Wikipedia 60 bis 95 cm im östlichen und 50 bis 80 cm im westlichen Atlantik, laut norwegischer Wikipedia etwa 70 cm und 3 kg; FishBase nennt 50 cm als häufige Länge. Rekordtiere — siehe die Widersprüche unten.
  • Alter: laut FishBase und deutscher Wikipedia bis 20 Jahre, laut norwegischem Meeresforschungsinstitut (Havforskningsinstituttet, HI) wahrscheinlich über 20 Jahre.
  • Verwechslung Nr. 1: der Leng (*Molva molva*) und der Dorsch — beide tragen mehr als eine Rückenflosse. Laut englischer Wikipedia ist die einzelne Rückenflosse genau das Merkmal, das den Lumb von anderen Dorschartigen unterscheidet.
  • Jungtiere: tragen laut deutscher Wikipedia sechs gelbe Querbänder, laut norwegischer Wikipedia breite gelbe Querbänder, laut englischer Wikipedia oft gelbe Bänder. Wer einen kleinen gebänderten Fisch aus der Tiefe holt, achtet auf die eine lange Rückenflosse.

Was er frisst: Krebse, Weichtiere — und Fisch

Laut deutscher Wikipedia bestehen seine Nahrung zum größten Teil aus Krebsen und Weichtieren; daneben erbeutet er bodenlebende Fische. FishBase nennt Krebstiere, Muscheln und Schnecken, Bodenfische und sogar Seesterne und gibt ihm eine trophische Stufe von 3,9. Die norwegische Wikipedia nennt Krebstiere und Borstenwürmer, das HI dagegen an erster Stelle Fisch, dazu größere Krebstiere wie Garnelen. Er selbst steht laut FishBase auf dem Speiseplan von Robben.

Wo er lebt: tief, kalt und felsig

Im Nordostatlantik reicht sein Gebiet laut deutscher Wikipedia und FishBase von Island über die nördliche Nordsee und die skandinavischen Küsten bis in die Barentssee bei Murmansk und nach Spitzbergen; das HI nennt zusätzlich Skagerrak und Kattegat sowie Irland. Im Westatlantik lebt er von New Jersey bis zur Neufundlandbank. Laut norwegischer Wikipedia ist er entlang der gesamten norwegischen Küste häufig, in tiefen Fjorden und am Kontinentalhang.

Er braucht hartes Gelände: laut deutscher Wikipedia Fels, Geröll, Kies und Steilhänge; glatten Sandboden meidet er meist, Küste und Flachwasser lässt er aus. Die Wassertemperatur liegt laut FishBase und deutscher Wikipedia zwischen 0 und 10 °C. Seine Tiefe: 18 bis 1.000 Meter laut FishBase, im Nordostatlantik meist 150 bis 450 Meter; laut englischer Wikipedia normalerweise tiefer als 180 Meter und selten im Hafen. Jungtiere findet man laut HI deutlich flacher. Bestände bei Rockall und am Mittelatlantischen Rücken sind laut HI und englischer Wikipedia genetisch eigenständig — Tiefe und Strömungen trennen sie.

Langsam groß: Laichen, Eier, Reife

Gelaicht wird laut deutscher Wikipedia in 100 bis 200 Metern Tiefe, laut FishBase in 40 bis 400 Metern, meist 100 bis 200. Hauptlaichgebiete liegen laut norwegischer Wikipedia zwischen Schottland, den Färöern und Island; das HI nennt zusätzlich Gebiete vor Süd- und Mittelnorwegen. Ein mittelgroßes Weibchen gibt laut deutscher und englischer Wikipedia bis zu zwei Millionen Eier ab. Die Eier treiben, messen laut deutscher Wikipedia 1,3 bis 1,5 mm und reifen langsam nahe der Oberfläche; die Jungfische leben bis etwa 5 cm im Freiwasser und wechseln dann zum Grund. Und er wächst langsam: geschlechtsreif wird er laut deutscher Wikipedia erst mit acht bis zehn Jahren bei 40 bis 50 cm. FishBase gibt die Generationszeit mit 8,1 Jahren an.

Fischerei, Quote und Status

Laut deutscher Wikipedia wurde der Lumb ab den 1990er Jahren zunehmend befischt; die ungeregelte Nutzung gefährdete die Bestände, und die EU regelt ihn seit 2003 über Gesamtfangmenge und Quoten. Laut HI fängt Norwegen rund 70 % des Gesamtfangs, 2023 waren es 13.800 Tonnen; die Anlandungen im Nordatlantik sanken von fast 30.000 Tonnen (2010) auf 19.000 Tonnen (2023). Für 2026 und 2027 empfiehlt der ICES laut HI für den Bestand in den ICES-Gebieten 4, 7–9, 3.a, 5.b, 6.a und 12.b je 5.336 Tonnen, nach 8.071 Tonnen für 2024 und 2025. Er geht laut HI auch als Beifang in Schlepp-, Stell- und Langleinen. In Kanada gilt er laut englischer Wikipedia nach einer Bewertung von 2012 als gefährdet; die Fänge in einer Sommer-Erhebung sanken dort zwischen 1970 und den späten 1990ern um rund 90 %.

Sein Fleisch ist laut deutscher Wikipedia fest und weiß und schmeckt leicht nach Hummer; in Skandinavien wird er auch zu Stockfisch. Laut englischer Wikipedia reichert er aber Methylquecksilber an, mit höheren Werten in Fjorden als an der Küste und im offenen Meer. Für dich am Wasser heißt das: Regeln des Fanggebiets vor der Tour prüfen — Quoten, Mindestmaße, Ausfuhrregeln für Gäste —, auf einem geführten Boot den Skipper fragen und bei Fjordfisch die Verzehrempfehlungen vor Ort beachten. Und weil er aus großer Tiefe kommt: Wie gut ein Lumb nach dem Hochholen aus 200 Metern ein Zurücksetzen übersteht, dazu fanden wir keine belastbaren Daten. Plane also so, dass du nur entnimmst, was du verwertest, statt auf das Zurücksetzen zu bauen.

Fünf Widersprüche in den Quellen

  • Wie groß wird er? Deutsche Wikipedia: bis 110 cm. FishBase: 120 cm und 30 kg als veröffentlichtes Höchstgewicht. Englische Wikipedia: rund 120 cm und 20 kg. Norwegische Wikipedia: etwa 130 cm und 20 kg. HI: etwa 1,1 m und 15 kg. Der IGFA-Weltrekord liegt laut englischer Wikipedia bei 17,2 kg, gefangen vor Sørøya in Nordnorwegen.
  • Wann laicht er? Englische Wikipedia: April bis Anfang Juli. Norwegische Wikipedia: April bis August. HI: im Text April bis August, im Faktenkasten derselben Seite April bis Juni.
  • Wann wird er reif? Deutsche Wikipedia und HI: mit acht bis zehn Jahren. Norwegische Wikipedia: mit sechs bis zehn Jahren. Deutsche Wikipedia nennt dafür 40 bis 50 cm, FishBase eine mittlere Reifelänge von 53,3 cm.
  • Wie gefährdet ist er? Englische Wikipedia: nicht gefährdet (Least Concern) auf der Roten Liste der IUCN. FishBase: nicht bewertet (Not Evaluated, Version 2025-2). Die EU-Datenbank EUNIS: für Europa nicht gefährdet, weltweit nicht bewertet. Kanada: gefährdet.
  • Wer hat ihn beschrieben? GBIF und deutsche Wikipedia: Ascanius 1772. Norwegische Wikipedia: Linné 1758.

Drei Fallen beim Namen

  • Lumb ist nicht Lump. GBIF führt „Lump“ als deutschen Nebennamen des Lumbs — im Deutschen heißt aber auch der Seehase (*Cyclopterus lumpus*) Lump oder Lumpfisch, ein ganz anderer Fisch mit Saugscheibe. Wer „Lump“ liest, sollte auf den wissenschaftlichen Namen schauen.
  • „Torsk“ ist im Englischen der Lumb, in Skandinavien der Dorsch. GBIF und Wikidata führen torsk als englischen Namen von *Brosme brosme*; auf Norwegisch, Schwedisch und Dänisch heißt torsk dagegen der Dorsch.
  • Brosme ist nicht brasme. Die norwegische Wikipedia warnt ausdrücklich vor der Verwechslung mit der brasme — dem Süßwasserfisch, den wir Brachse nennen.

Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Lebensraum, Beute und Gewohnheiten stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, ist alles andere — Licht, Luftdruck, Wind, Strömung, Wassertemperatur —, und ob sich ein Tag auf dem Wasser lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus: Es nimmt die Bedingungen an deinem Wasser und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man fremden Tiefengrund, seine Kanten und seine Regeln nicht vom ersten Tag an kennt, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du rausfährst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr. Die App sagt wann, Pathfinder mit wem.